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Erster Band. Alte Welt.
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Schauspiel eines schuldlosen, tugendhaften Wandels unter alleinVerderbniß der damaligen Welt. Die reinen Sitten der Chri-sten, ihre Eintracht und gegenseitige Liebe, ihrer Freigebigkeit,(häufig wurde sogar eine völlige Gütergemeinschaft eingeführt)^re stille, harmlose Weise, alle diese schonen Früchte der noch un-verdorbenen Lehre, sprachen mit eindringlicher Stimme das Ge-müth der bessern Menschen an, und bahnten den Weg zur Ueber-zeugung.

Aber minder günstig wurde von den Obrigkeiten und denKaisern die neue Lehre betrachtet; und es erregt unser gerech-tes Befremden, die Grundsätze der Toleranz, welche sonst im rö-mischen Reich mehr als in irgend einem andern und für alleReligionen galten, nur in Ansehung des Christenthums beseiti.get, und die Bekenner desselben — nicht etwa bloß von tyranni-schen, sondern meist von den besten und einsichtsvollsten Kaisern-- verfolgt zu sehen. Aber die verschiedenen Religionen, welchesich unter der römischen Herrschaft der Duldung erfreuten, übtensolche Duldung auch gegenseitig aus, und beruhten mit der herr-schenden Lehre auf demselben Grunde. Die Christen dagegen (undso auch die Juden, weswegen auf diesen ein ähnlicher Haßlag) hatten nicht nur eine eigene Gvttesverehrung, sondern sie er-klärten zugleich gegen alle übrigen, zumal gegen jene des herr-schenden Volkes, eine beleidigende Verachtung, und einen wirklichsiindseligen Abscheu. Ja, die Christen führten sogar durch Wortund That einen förmlichen Krieg gegen das Heidenthum. Zudemkonnte der grelle Contrast, den ihre Lehre mit den herrschendenRationalbegrissen und Gebräuchen machte, nicht anders als miß-sällig sey,,. Ja, der Widerstreit des Christenthums mit denjeui-gey Grundsätzen, welche daS Glück und die Herrschaft Roms'Mrzüglich befördert hatten, und noch fortwährend zu verlürgenschiene», rechtfertigte nicht nur dessen Unterdrückung vor demRichterstuhl der Politik, sondern forderte sie.

' Indessen fehlt viel, daß die gesunde Kritik eine so große ZahlMärtyrern annehmen könne, als gewöhnlich von beschrank?oder auch absichtlich übertreibenden Schriftstellern auf. die Au-^vität eben so verwerflicher Zeugnisse angegeben wird.

Die erste angebliche Christenverfolgung ist jene des WüthrichsRottcck, A. W-Itg. '. 25