Band 
Dritter Band. Neuere Geschichte.
Seite
92
JPEG-Download
 

92

steil Kräfte Oestreichs, und ließ Ungarn den Verwüstungen der ftenOsinanen preis. Ferdinand gelangte nimmer zum ruhigen Besitz. lad.Im Jahr 1555 bequemte er sich zur Theilung des Reichs mit eilt,

Zapolya. Nach des letzten Tod (1540) entbrannte der Krieg von und

neuein gegen desselben Sohn, Johann Sigismund. Die Tür- Lau

ken eroberten halb Ungarn. K. Ferdinand erkaufte durch schmäh- sich

liehen Tribut eine zweifelhafte Ruhe (1546), und noch Kaiser Kai

Maximilian II., sein Sohn und Erbe, ward schwer bedrängtdurch diesen Kampf.

Die Schrecken der türkischen Waffen wurden vermehrt durchjene des neu entstandenen Piraten-Staats auf der Nordafrika-lii sehen Küste. Seitdem Soltzman den Johanniter-Ritter» des

Rhodus entrissen (während des ersten Krieges zwischen Karl» si'iu

und Franz, und schutzlos geworden durch denselben, war diese, lie

durch den Großmeister Villiers des L'Jsle Ada» glorreich »er

vertheidigte, Vormauer der Christenheit gefallen, worauf Karl zu (ich

einiger Sühne den tapfern Rittern die Insel Malta schenkte). So

wurden alle Küsten des Mittelmeers durch die türkischen Flotten Ni<

geängstigt, alle friedliche Seefahrt durch Raubschiffe gestört. Am Frc

glücklichsten trieben solche Seeräubereien die Renegaten Ho- Ge

ruc und Schereddin Barbarossa, Söhne eines Töpfers von hos

Lesbos, deren voin glänzendsten Erfolg gekrönte Gewaltthaten vor

sie endlich zur Hoheit und Macht von Königen hoben. Horuc Chl

errang durch den schändlichsten Verrath und Meuchelmord sich die stai

Herrschaft von Algier. Um dieselbe zu behaupten, unterwarf wi,

er sich dem Türkischen Schutz, wodurch der Grund gelegt ward des

zur Hoheit der Pforte über die ganze Nordafrikanische Küste. lvr

Nach Hornes Tod bestieg Schereddin, sein Bruder, den Thron ?>§

von Algier, und wurde von Solpman zum Großadmiral der tür- "k

kischen Flotte, als einzig würdiger Gegner des großen Doria, §»>

erkoren. Als solcher eroberte er Tunis.

Gegen den jetzt doppelt furchtbaren Schereddin unternahin ^

Karl einen großen Zug. Es war der glänzendste seines Lebens lss)

(1525). Mit einem auserlesenen Heer und 'mächtiger Flotte se-gelte er von Cagliari an die afrikanische Küste, erstürmte diestarke Goletta, schlug Schereddin in offener Feldschlacht, undhielt in Tunis den triumphirenden Einzug. Zehntausend Chri« ^