Slawata und der Burggraf von Martiniz, mit ihnen derSekretär Fabricius, ergriffen, zum Fenster geschleppt und hinun-ter 80 Fuß tief in den Schloßgraben gestürzt (23. Mai 1618).
Nach dieser That blieb keine Hoffnung mehr zur gütlichenAusgleichung. Die Stände riefen eilend die ganze Nation inWaffen; die Jesuiten wurden vertrieben, und ein Manifest her-ausgegeben zur Rechtfertigung dieser Beschlusse.
Kaiser Matthias, nachdem er vergebens gesucht batte, denSturm durch Worte des Friedens zu beschwören, ließ seine Kriegs-völker unter Boncquoi und Dain pierre in Böhmen rucken,aber mit schlechtem Erfolg. Der Graf Manns selb, ein heroi-scher Abenteurer, im Dienst der evangelischen Union in Teutsch-land, hatte den Böhmen eine Hilfsarmee von 4000 Streiternzugeführt, was ihren Muth kräftigst belebte. Zugleich erklärtensich auch die Stände von Schlesien und von Mähren für ihreSache, und selbst nach Oestreich verbreitete sich der Abfall.Schon war ein böhmisches Heer in dieses letzte Land gebrochen,als Matthias die Augen schloß (20. März 1619).
Unter den drohendsten, fast hoffnungslosen, Umständen tratFerdinand das Erbe seines Vorfahrers an. Fast alle seine Landewaren im offenen Aufstand, und Ungarn zitterte vor BethleinGabors, des ehrgeizigen Fürsten von Siebenbürgen, undseiner Freunde, der Türken, Schwert. Der Graf von Thurn,durch östreichische Rebellen verstärkt, lagerte sich vor Wien; indieser Stadt selbst war Aufruhr. Ferdinand wurde belagertin seiner Burg, jedoch wunderglücklich errettet durch die gelegen«Erscheinung der Dampierre'schen Kuirasfiere, welche aus Ober-öllreich ihm zu Hilfe geeilet. Sofort zerstreuten sich die Empörer.Bald erscholl die Nachricht, daß Boncquoi bei Budweis de»Grafen von Mannöfeld geschlagen, daß Prag von ihm bedrohtsey; und nun zogen auch die Böhmen unverweilt ab zur Ret'tung ihrer Hauptstadt.
Inzwischen hatten sich zu Frankfurt die Kurfürsten v«c'sammelt, den neuen Kaiser zu wählen. Ferdinand erhieltdurch Stimmenmehrheit die heiß gewünschte Krone des teutsche»ReichS (28. Aug. 1669), während in Prag die böhmischen Stän'd« ihn der ihrigen verlustig erklärten, und an seine Stelle de"