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Dritter Band. Neuere Geschichte.
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Augenblick der Ernennung Ferdinands zum Thronfolger fühltendie Protestanten sich mehr gedrückt, der Majestätsbrief wurde verletzt,wenigstens auf's ungünstigste ausgelegt, und was nicht wörtlichgeschrieben war, so sehr das natürliche Recht es forderte, mitStrenge verweigert. Der Majestätsbrief, ähnlich dem Religions-friedsn in Augsburg, hatte nur den Ständen (d. h. den Her-ren und Rittern und den königlichen Städten) das Recht ertheilt,evangelische Kirchen zu erbauen; der Unterthanen war mitkeinem Wort weiter gedacht, als daß sie die Kirchen fortbesttzensollten, die sie bereits inne hatten. Billig beschwerten dieselbensich über die durch Einseitigkeit zehnfach kränkendere Verweige-rung, und machten laut das Recht der Gewissensfreiheit geltend,welches in der That entweder ein allgemeines oder gar keines ist.In dieser Betrachtung glaubten die Protestanten in dem Städt-chen Klostergrab, und in Brau nau, wovon das erste demErzbischof von Prag, das zweite dem Abt des gleichnamigen Klo-sters gehörte, befugt zu seyn, sich eigenmächtig Kirchen zu er-bauen; aber auf Befehl des Kaisers ward die eine dieser Kirchenniedergerissen, die andere gesperrt, und mehrere Theilnebmer desBaues in's Gefängniß geworfen. Dieses war die Losung zumKampf; aus den Trümmern dieser Kirchen schlug die Flamme desdreißigjährigen Krieges auf.

Schon früher hatten die über manche wahre oder vermeinteRechtsverletzung erbitterten Böhmen einen Geist der Widersetz-lichkeit gezeigt, den ihre Verfassung begünstigte. Ihr Reich warein Wahlrei ch. Der Majestätsbrief, welchen Rudolf H.ihnen ertheilt hatte, gewährte ihnen sogar das Recht, eigene De-kensoren der Landesfrsihciten aufzustellen, gewissermaßen gesetz-liche Anführer im Fall eines Aufstandes. Als die Kirchenzerstv-Ning geschah, waren auch sofort diese Defensoren thätig, vor alle»

Graf Matthias von Thurm Es wurde ein Landtag nach^rag ausgeschrieben, und eine Bittschrift an den Kaiser erlassen.Die ungnädige Antwort, welche dieser ertheilte, brachte die nochversammelten Stände in tobenden Aufruhr. Eine Zahl Drp-utir-^'r, bewaffnet und mit starkem Gefolge, drang auf das königliche^liloß, i„ den Saal, wo die Statthalter des Kaisers berathend^ße„. Nach kurzem Wortgezänk wurden der Kammerpräsident