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Der geschlagene Friedrich floh nach Brandenburg, dannnach Holland. Er war ganz wehrlos. Denn auch sein Erb-land, die Pfalz ain Rheine, hatten die Spanier unter Spi-nola erobert, die Oberpfalz Maximilian von Baiern.
Ferdinand mißbrauchte seinen Sieg, und verlor dadurchdesselben Früchte. Vorerst über Böhmen erging eine schwereRache. Die vorzüglichsten Theilnehmer des Aufstandes, Edleund Gemeine in großer Zahl, wurden ergriffen und hingerichtet,die Abwesenden als Hochverräther verurtheilt, ihre Güter demFiskus zugesprochen, selbst die todten Rebellen noch beraubt.Ueber 30,000 Familien wurden zur Auswanderung gezwungen,und, wie man behauptet, bis auf 54 Millionen protestantischesGut confiScirt. Denn auch die wohlerworbenen Kirchensreiheitender Protestanten wurden aufgehoben, der Majestätsbrief zernichtet.
Aber Ferdinand begnügte sich mit der Bestrafung Böhmensnicht. Rachgierde und Habsucht, endlich auch Religionseifer, trie-ben den Kaiser zur weitem Verfolgung seiner besiegten Feinde.Der Kurfürst von der Pfalz, mit ihm seine Freunde, der Mark-graf Johann Georg von Brandenburg-Jäg erndorf undder Fürst Christian von Anhalt, nebst einigen anderen, wurdenin die Acht, ihre Würden und Länder als verfallen erklärt. Durchdiesen Schlag wurden nicht nur die davon unmittelbar Getrof-fenen zur verzweifelten Gegenwehr aufgefordert, sondern es ge-wann denselben ihr Unglück neue Freunde; und ein abermaligerKrieg entzündete sich an den muthwillig aufgewühlten BrandtrüM-mern des alten.
Zweite und dritte Periode. Lilly. Mannsfeld. Das Nestitutionsedikt-
Don der kleinmüthigen Politik der Großen verlassen, undvon ihm selbst aufgegeben, erhob sich Friedrichs Sache von neueMgegen Oestreichs und Spaniens und der Ligue furchtbarsteUebermacht — durch den starken Arm und die Wundergleiche Kühn'heit eines Mannes und einiger kleiner Fürsten. Der Graf Ernstvon Mannsfeld wagte allein, an der Spitze einer kleine»Schaar, die er dem Kurfürsten zu Hilfe ins Böhmische Land g^'führt, den Krieg gegen die Macht, vor welcher Teutschland und