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Dritter Band. Neuere Geschichte.
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Europa zitterten. Vertrieben aus Böhmen, pflanzte er seine Fahnein der Oberpfalz auf, verstärkte sie durch den Zulauf vielerTapfern, und erschien plötzlich mit 20,000 Mann in der unternPfalz zum Schrecken der Spanier, und im Elsaß, durch dessenPlünderung er seine raublustigen Streiter befriedigte. Jetzt wurdeTilly von ihm bei Wießloch geschlagen (29. April 1622); derPfalzgraf schöpfte neuen Muth, und kam eilends herbei, dieWiedereroberung feines Landes durch persönliches Mitwirken zubefördern.

Herzog Christian von Braun schweig, Administrator vonHalberstadt, warb gleichfalls ein Heer, dem er den Raub derLänder als Sold anwies, und stürzte sich verheerend über die nie-dersächsischen, westphälischen und endlich auch über dieoberrheinischen Bisthümer. Sein Wahlspruch: „GottesFreund und aller Pfaffen Feind" goß Schrecken über allegeistlichen Lande; doch auch die weltlichen Gebiete, durch welchedie Räuberschaar den Zug nahm, empfanden schmerzlich ihre Geißel.

Ein edlerer Heerhaufe, von dem Markgrafen Georg Fried-rich von B a d en-D urla ch gesammelt, nahm Theil an demKrieg für die Sache Friedrichs, oder vielmehr für jene der Kirchen-und Reichsfreiheit. Durch Tücke des Schicksals und durch Til-ly's Uebermacht ward jedoch bei Wimpfen (6. Mai 1622)der hochherzige Markgraf geschlagen, aber der Heldentod seiner400 Pforzheimsr, jenem der Spartanischen Schaar bei Ther-mopylä zu vergleichen, beschämte und erschreckte den trotzigenSieger, und bereicherte Deutschlands Geschichte init einem durchalle Zeiten strahlenden Beispiel männlicher Seelengröße.

Der Pfalzgraf Friedrich entfloh jetzt zum zweitenmal, undentließ sogar — des Kaisers Gnade sein Schicksal anheimstellend-- den tapfern Mannsfeld und seinen Freund, den HerzogChristian, welcher inzwischen bei Höchst (19. Jun.) Tilly'sschwere Hand gleichfalls empfunden, aus seinem Dienst. Dieseshalf dem Pfalzgrafen wenig. Der Kaiser, ohne Gnade für ihn,verlieh auf demKursürstentage zu Regensburg (1623) die pfäl-zische Kurwürde an den Herzog Maximilian von Baiern.

Doch Mannsfeld und Herzog Christian verzagten nicht.Nachdem sie eine Zeitlang den Holländern wider Spanien

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