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Dritter Band. Neuere Geschichte.
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Teutschland, Thüringen, Franken, die Rheinlande, undAlles beugte sich vor ihrer Macht, oder eilte ihnen freundlichentgegen als Schützern.

Vom Rhein wandte sich Gustav Adolf zurück nach Osten,um endlich auch über Barern, wo sein gefährlichster Feind thronte,die Kriegsgeiftl zu schwingen. In einem gefahrvollen Gefecht er-zwäng er den Uebergang über den Lech (1632, 10. Apr.) gegendie Anstrengungen Tilly's, der dabei sein Leben verlor, undzog siegreich in München ein.

Indessen waren die Sachsen, dem verabredeten Kriegsplangemäß, in Böhmen gebrochen, und hatten Prag ohne Wider-stand eingenommen. In so bedrängter Lage, worein binnen sechsMonden nach der Leipziger Schlacht der früher weit gefürchtet«Ferdinand gefallen, erinnerte er sich mit bitterer Reue seines ent-lassenen Feldherrn, Wallenstein. Durch diesen großen Mannwar er gewaltig in teutschen Landen gewesen, nach seiner Verab-schiedung traf das Unglück ihn Schlag auf Schlag. Also wur-den Unterhandlungen gepflogen mit dem beleidigten Feldherrnwegen Wiederannahme des Kommando's. Doch nahm dieser denFeldherrnstab nur unter Bedingungen an, welche übn über dieStellung eines Unterthanen hinaus zum unumschränkten Herrndes Krieges und zum Diktator des Kriegsschauplatzes erhoben,mit ausdrücklicher Ausschließung der kaiserlichen Prinzen und desKaisers selbst.

Wie durch einen Zauberschlag war, sobald Wallenstein seinPanier aufgepflanzet, ein mächtiges Heer um ihn erstanden. Vonallen Seiten eilten die Tapfern herbei, unter seiner AnführungRuhm und Beute zu erwerben, seine alten Kampfgenossen, diestreitlustige Jugend von Freund und Feind. Binnen drei Mona-ten waren ä0,000 Mann schlagfertig um Wallenstein versammelt,ein stärkeres Heer als jenes, welches Tilly bei Leipzig eingebü-ßet. Jetzt erhoben wieder die Freunde Oestreichs und der L>'gue ihr gedemüthigtes Haupt; die Schweden und Protestan-ten blickten unruhig nach Mähren.

Aber der Krieg war dem von Herrschsucht Glühenden jetztnicht die Hauptsache, sondern bloß Mittel zu seinem bösen Zweck-Die vermessen betretene Bahn zum Thron hielt er fester im Auge,