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Dritter Band. Neuere Geschichte.
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als die Schlachtreihen des Feindes. Doch trieb er die Sachsen— allerdings schonend — aus Böhmen (1632), und wandte sichdarauf gegen den Schwedischen König, welcher jetzt in Nürn-berg eine eilig befestigte Stellung nahm. Auch Wallen stein,60.000 Mann zählend, bezog ein stark verschanztes Lager im An-gesicht der Stadt.

Fast drei Monden standen die Heere sich gegenüber, da be-schloß Gustav Adolf den Angriff. Aber vergebens stürmte erden ganzen Tag bis in die sinkende Nacht die VerschanzungenWallensteins; mit großem Verlust mußte er zurück in die seini-gen weichen (24. Aug.).

Vierzehn Tage darauf zog der König an dem feindlichen La-ger vorüber gegen Schwaben. Wallenstein verfolgte ihn nicht,sondern eilte nach Sachsen, um daselbst die Winterquartiere zunehmen. Der König aber, um Sachsen zu retten, folgte ihmdahin; und jetzt endlich (1. Nov.) geschah, bei Lützen, die längsterwartete offene Feldschlacht. Sie war von zweifelhafter Entschei-dung. Aber die Schweden verloren darin ihren großen König,welchen im Schlachtgetümmel mehrere Kugeln (vielleicht durchVerräthers Hand abgeschossen) durchbohrten. Die Kaiserlichendagegen verloren das Schlachtfeld und den trefflichen Pappen-heim. Der Herzog Bernhard von Weimar war es, welchernach Gustav Adolfs Fall das Treffen wieder herstellte, und aufder blutgetränkten Wahlstatt das Siegeszeichen errichtete.

Wie ein glänzendes Meteor war an Teutschlands HimmelGustav Adolf erschienen und verschwunden. Sein Charaktergemälde,von Parteigeist und Leidenschaft entworfen, ist mit widersprechen-den Zügen zur Nachwelt gelangt. Doch einstimmig bewundert'Nan ftrnen Geist und Muth, und die «»verwerflichsten Zeugnissesprechen seinen frommen Sinn und seine Redlichkeit aus. Dochin seinem sonst edlen und großen Gemüth wohnte ein unbeschränkterGlaubeiiseifer, welcher einen widerlichen Kontrast bildet mit derLichtseite seines Charakters, mit seiner Gerechtigkeitsliebe, Huma-nität und Milde, und vor allem mit seinem lichten Verstand,^icht nur den Katholiken hatte er in Uebereinstimmung mitder vorherrschenden Gesinnung der Protestanten tödtlichen Haß^schworen, sondern auch die Reformirten, um des Unterschie-AvUeck, A. Wrltg. lU. 1»