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Dritter Band. Neuere Geschichte.
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Schwieriger zu befriedigen waren die Restitutionö-An-sprüche, zumal jene des Hauses Pfalz, da es nicht geschehenkonnte, ohne Baiern um seine wohlverdiente Belohnung zu brin-gen. Man kam endlich dahin überein, daß Baiern die Ober-pfalz und die Grafschaft Eham, auch die pfälzische Kur be-halten, dagegen für das pfälzische Haus, nebst vollkommenerWiederherstellung in der Unterpfalz, eine neue, die achte, Kurerrichtet werden sollte.

Auf die Unterthanen des Kaisers selbst endlich und auf ihre,her böhmischen Unruhen willen, konfiSzirten Güter sollte die Am-nestie und Restitution theils gar keine, theils nur eine beschränkteAnwendung haben.

Verschiedene einzelne Irrungen, welche als Mitursachen deSdreißigjährigen Krieges zu betrachten waren, wie zumal der Suc-kessionsstreit im Hause Hessen, wurden im westphälischen Friede»befriedigend abgethan, die Jülich'schen Händel jedoch und dieSache Donauwertbs blieben ausgesetzt.

In Ansehung der Religionssachen bemühten sich die Frie-denskünstler am angelegenste», jedoch vergebens, eine befriedigende^ Ausgleichung zu treffen. Der beschränkte Geist ihrer Zeit erlaubteihnen nicht, sich empor zu heben zur Idee einer für alle Genos-sin des teutschen Vaterlandes abzusprechenden gleichen Neli-! gions- und Kirchenfreiheit. Auch jetzt, wie zur Zeit des Reli-gionsfriedens, war mehr nur von Rechten kirchlicher Gesammt-l bitten, und von Rechten der Stände, wenig von Rechten dereinzelnen Bürger die Rede, und als Grundlage des Frie-biNS erschien die Idee einer wechselseitig wohlverwahrten — inbir That also feindseligen, nur durch's Bollwerk versicherten —Stellung, was eine Menge theils kleinlicher, theils gehässiger^istiinmungen nothwendig machte, welche dann doch zum Zwecke^icht hinreichten.

Also wurde der Augsburger Religronsfriede von 1555

die

^iforinirten mit eingeschlossen seyen, und daß in Ansehung der! Zuerkennenden katholischen oder evangelichen Konfessionseigen-"^st Neligionsübung einzelner Lande und Orte, so wie in

sisirljch bestätigt, bloß mit der Ausdehnung, daß nun auch