Aber noch außerdem sah Holland die Schaaren deS Kurfür-sten von Kölln, Maximilian von Daiern, und des gewissen-losen Bernhard van Galen, Bischofs von Münster, welcheHeide Ludwig im Sold halle, feindlich heranziehen. Mit mehre-ren andern Reichsständen halte Ludwig geheimen Bund.
Dazu kam die Kriegserklärung Englands. Listig hatteLudwig den König Karl II. zum Bundesgenossen gewonnen. Mithundert Schiffen, zu welchen dreißig französische stießen, griff derHerzog von Dorf, Karls Bruder, die bedrängten Holländer an;während Schweden, der Tripleallianz nicht minder vergessend,ihnen alle Hilfe verweigerte, und den ältern Bund mit Frank-reich gegen Gold erneuerte.
So ungeheure Vorbereitungen zur Erdrückung der kleinen Re-publik halle Rachsucht dem Könige eingegeben. Nicht ein Grundzum Kriege war zu finden. Die Bitten Hollands um Friedewurden schnöde zurückgewiesen. Schweigend sahen der Kaiser,das teutsche Reich und Spanien das aufsteigende Gewitter.Holland schien verloren.
Auch eroberte der König in Monatsfrist das meiste Landdiesseits deS Rheins, und, nach dessen Uebersepung (167212. Juni), auch Utrecht, Geldern und einen Theil von Hol-land mit mehr als vierzig Festen. Hier Schrecken, dort Ver-rätherei öffneten ihm derselben Thore. Schon war Na erden ge-fallen; noch ein Schritt, und es fiel auch Amsterdam und mitAmsterdam die Republik.
Wilhelm Ul. von Oranien ward ihr Retter. So wie dieGefahr hereinbrach, hatte man ihn, den zweiundzwanzigjährigenPrinzen, zum Generalkapitain ernannt. Das Volk bedarf vorAllem eines Namens, wo es vertrauen soll. Aber bald entfal-tete sich auch das Talent des seines Namens würdigen Prinzen-Mäßig, selbstbeherrschend, verschwiegen, standhaft, kühn, uner-müdlich, vorbereitet zu jeder großen That, betrat er den Schau-play. Bei der allgemeinen Bestürzung, bei der furchtbar schwel-lenden Noth sah man den Jüngling besonnen, unverzagt, hiff*reich in Rath und That.
Er raffte zusammen, was von Vertheidignngsmitteln no>bübrig blieb, rief die europäischen Höfe zur Hilfe auf, und ent-