Band 
Dritter Band. Neuere Geschichte.
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stammt« zur That den noch lebenskräftigen Nationalgeist seinesVolkes. Am glühendsten zeigte sich dieser Geist der Freiheitsliebeund des Hasses fremder Herrschaft, in der Provinz Hollandund in Amsterdam, woselbst die edleren und wohlhabenderenVürger entschlossen waren, eher nach Ostindien auszuwandern,uls Frankreich zu huldigen.

Wilhelm indessen, nicht zufrieden mit der Feldherrnstelle,uneiugedenk des ewigen Ediktes, das er beschworen, verlangte dieStatthalterschaft, und sehte also zum Preis der Rettung derNepublik diese Republik selbst. Auch zahlte das Volk solchenPreis. Unter heftigen Tumulten verdrängten die Freunde Ora-uiens die bisherigen antiorauischen Magistrate, worauf das ewigeEdikt abgeschafft, und Wilhelm zum Statthalter erklärt ward.

Damit begnügte man sich nicht. Das Volk — nämlich derPöbelhaufe — ward ergriffen von blinder Wuth gegen seinerdelsten Häupter, gegen Johann van Wilt, die Zierde des Va-terlandes, und'gegen Cornelius, seinen Bruder, BürgermeisterDordrecht, freiheitliebend wie Johann, dabei als Seeheldgroß. Meuchelmörder zogen aus gegen den Großpensionär, undCornelius, verläumderisch eines Vergiftungsplanes gegen Oralstenangeklagt, ward eingekerkert im Haag und gefoltert. - Nach über-standener Qual empfing er das Urtheil der Landesverweisung; daeilte sei» Bruder herbei, ihn aus dem Gefängniß zu holen; daSVolk aber lief zusammen und mordete, verstümmelte, zerriß diebeiden Brüder (21. Aug.), nicht ablassend von unmenschlichemwüthen gegen die geschändeten, gehöhnten Leichen bis in die tiefsteNacht.

Zwei Jahre später ( 1674 ) wurden die Würden deS General-bapilains und Generaladmirals, so wie des Statthalters, demPunzen erblich für seine männliche Nachkommenschaft ertheilt;seine Vorrechte wurden erweitert. Ja, Geldern bot ihm die*olle Landeshoheit an.

Aber Ludwigs Siegeslauf näherte bereits sich seinem Ende.

Bürger Hollands, von Verzweiflung getrieben, durchstachen'r Dämme, das Land ward zum weiten Meer, seine Fluthenbunmten den erstaunten Feind.