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Dritter Band. Neuere Geschichte.
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Auch mit Polen und mit Venedig ward Friede gesetzlos'sen. Polen erhielt Caminiek, Podolien imd was die Tür-ken in der Ukraine besaßen, zurück, und räumten dagegen dieMoldau. Venedig gewann ganz Morea, nebst einigen Plätzenin Dalmatien.

Rußland schloß Anfangs bloß einen zweijährigen Stillstand,bald darauf jedoch (1700, 15. Juli) Frieden auf dreißig Jahre.Assov blieb in seinem Besitz.

Bald nach diesem harten Frieden wurde Sultan Mustapbadurch einen Aufstand der Janitscharen vom Thron gestoßen. §rüberließ das Reich seinem Bruder Achmed III. (1702.)

Dritter Hauptkrieg Ludwigs. Aufhebung des Edikts von Nantes.

Wir haben Ludwig XIV. auf dem Gipfel der Macht er-blickt. Kühnen Schrittes, unverhohlen ging er dem stolzen Ziestder Beherrschung Europas zu, und verfehlte es — meist nur auseigener Schuld. Durch Uebermuth gegen Groß und Klein, durchgeräuschvolles Schaustellen der Macht, erbitterte er und regstweit mehr zum Widerstand auf, als durch ihre Vergrößerungselbst. Dazu kamen, zumal nach Colberts Tod (1685), dstgrößten Fehler in der einheimischen Verwaltung, unmäßigstVerschwendung, steigender Volksdruck und manch' verderblichDespotenlaune. Der alternde König — einst felbstherrschend, liebstvoll und nach Ruhm strebend — wurde mehr und mehr der list>'gen Schmeichler, der bigotten Frauen, der fanatischen Priest^Knecht. Durch Aufhebung (1685, 22. Okt.) des Ediktes v^'Nantes, welches den Reformirten die Religionsfreiheitzusicherte (erlassen von Heinrich IV., und selbst durch Rich^lieu nach Eroberung Rochelles in der Hauptsache bestättigO-schlug er dem Reich eine Wunde, die noch heute nicht ht'narbt ist.

Der Kanzler, Le Tellier, und der Kriegsminister Louvoi^-

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Colberts Feinde u„d die verfolgungssüchttgen Knechte RomsJesuiten, verschworen sich gegen die Reformirten. Ihrehetzuugen, unterstützt durch jene der frömmelnden Marquise ovNMainteiion, des alternde» Königs Freundin, ja späterhin ih*"