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Aber solche Schmach sank tief in Philipps V., tiefer noch in ^seiner leidenschaftlichen Gemahlin, Elisabeth, stolzes Gemüth,und die europäische Politik empfand die Wirkn»«; dieses Zornes,
Den» Oestreieb, solche Stimmung benüyend, zog jetzt listigSpanien an sich, Dem spanischen Hof ward einige Aussicht er-öffnet, die Hand der Erzherzogin Maria Theresia für denJnfanten Don Carlos zu erhalten. Dieser Hoffnung sich hin?gebend, rief Spanien augenblicklich seinen Gesandten von Ca,mbray ab, und schloß durch den Baron, nachmals Herzog, vonRipperda in Wien selbst nach kurzer Unterhandlung Friedenund Bündniß mit Oestreich, ganz nach des letztem Wunsch (1725,
30. April).
In vier gesonderten Traktaten, wovpn einer geheim bleibensollte, jedoch in Kurzem bekannt ward, verglichen Spanien undOestreich sich über allen wechselffitigen Streit, Nach diesem Wie»ner-Frieden hatte der Kongreß zu Cambray keinen Zweckmehr; auch löste er sich bald in der Skiffe auf,
England und Frankreich empfanden über die BefreundungSpaniens mit Oestreich theils Eifersucht, theils Besorgniß. Da»her schloßen sie ungesäumt zu Herren Hausen ein Bündniß mitPreuße,r (1725, 3. Sept,) gegen jenes von Wien, und warbe»emsig um neue Theilnehmer ihres Bundes. Dasselbe that derKaiser, wornach in kurzer Frist Europa sich in zwei einander kriCgerisch gegenüberstehende Hälften theilte.
Ein allgemeiner Krieg schien unvermeidlich. Schon saiidckGroßbritannien seine Flotten aus nach Amerika, nach de»> 'mittelländischen Meer und nach der Ostsee; schon belagerte ei>>spanisches Heer die Feste Gibraltar (1727, Febr.); da entschloßder Kaiser sich zum Frieden. Unter päpstlicher Vermittlung kann'»in Paris die Präliminarien zu Stande (31. Mai), welche M»streich mit Frankreich und den Seemächten aussöhnten, und lsi'maß welcher die Osionde'sche Gesellschaft auf 7 Jahre suspendiU,alle übrigen Streitpunkte aber auf einen in Soissons zutenden Kongreß verwiese» seyn sollten.
Dieses Friedenswerk hatte zumal der Eifer des KardinalFleury befördert. Dieser geistreiche und tugendhafte Prälat,Erzieher des Königs Ludwig XV., hatte nach der Verabichlo-