Band 
Dritter Band. Neuere Geschichte.
Seite
336
JPEG-Download
 

336

sten sehr leicht ist — die Anbetung seines Volkes. Als er ineinem folgenden Feldzug zu Metz erkrankte (1744), so war einJammer, und als er wieder genaß, so war ein Jubel in Frank-reich, als wäre der Vater Aller, als wäre der einzige Erhalterdes Vaterlandes darniedergelegen.

Auch der Krieg in Italien hatte fortgedauert, jedoch bluti-ger als entscheidend. Die Spanier, aus der Lombardeivertrieben, kehrten über Frankreich zum Angriff zurück. Nochim Jahr 1742 brach Las Minas in Savopen ein, behauptetesich darin durch das folgende Jahr, und bedrohte Piemont.Frankreich erklärte den Krieg an Sardinien, und sandte denPrinzen von Conti zur Unterstützung des spanischen Angriffsauf Piemont. Eine spanische Flotte sollte die Unternehmungendes Landheeres begünstigen. Aber sie wurde von der englischenunter dem Admiral Matthews, in dem Hafen von Touloneingeschlossen; und als sie unter Bedeckung der französischen See-macht auslief, schlug und zerstreute Matthews die beiden ver-einigten Flotten (1744, 22. Febr.). Frankreich erklärte jetztauch an England den Krieg, und trug solche Förmlichkeit auchin Ansehung des östreichischen, bereits in's vierte Jahr dauern-den Krieges nach.

Zweiter Schlesischer Krieg. Friedensschlüsse zu Fuessen und Dresden-

Kaiser Franz I,

Die Blicke der Nationen blieben auf den teutsch en Kriegs-schauplatz gerichtet. Der Prinz Karl von Lothringen, miteinem mächtigen Heere, ging im Angesicht der Franzosen undBaiern über den Rhein (1744, 1. Juni), drang in Elsaß, undbedrohte Lothringen. Dagegen hatte Ludwig XV. mit »ochgewaltigeren Streitmassen einen Einfall in die Niederlandegethan, den Angriff zuvörderst auf die Flandrischen Barriere-Städte richtend. Auch fielen Menin, Aper», Furues u.in kurzer Frist. Aber die Gefahr des eigenen Reiches rief denKönig von dem Felde der Eroberung weg an die Lothr in glichtGrenze. Bald stand die französische Hauptmacht dem PrinzenKarl gegenüber; und da erscholl die Nachricht, daß der König von