Band 
Dritter Band. Neuere Geschichte.
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Preußen mit hunderttausend Mann in Böhmen eingebrochen(10. Aug.), daß er Meister von Prag (17. Sept.), daß fast dasganze Königreich in seiner Gewalt sey.

Dieser abermalige Friedeusbruch des großen Königs war dieWirkung feiner steigenden Besorgniß über Theresiens Kriegsglück.Ihm bangte für Schlesien, dessen Raub die Königin, wie erwohl richtig annahm, ihm nimmer vergeben würde. Daher hatteer zu Frankfurt (22. Mai) mit dem Kaiser Karl VII-, mitPfalz und Hessenkassel einen Verein geschlossen, angeblichzur Erhaltung der teutschen Reichsverfassuug und kaiserlicherWürde; aber nebenbei zur Erwerbung des Königreichs Böhmenfür den Kaiser, welcher davon bloß den Königsgräzer Kreisan Preußen überlassen sollte.

Prinz Karl, zur Rettung Böhmens herbeigerufen, bewerk-stelligte, im Angesicht des großen feindlichen Heeres, den Rück-gang über den Rhein, worauf er durch Schwaben und Barernin Eilmärschen gegen K. Friedrich zog, und diesen großenKriegsmeister durch glücklich gewählte Stellungen zur schnellenRäumung Böhmens unter großem Verluste zwang (Nov.), jaselbst Glaz und Oberschlesien den Preußen entriß.

Indessen waren durch solchen Zug wider K. Friedrich Schwa-ben und Baiern entblößt worden. Dieses benähten die Feinde.Vorder Östreich fiel jetzt in der Franzosen Gewalt, undBaiern kehrte in jene seines angeborenen Herrn zurück. Nocheinmal sah derselbe seine geliebte Residenzstadt München, undverblieb allda, trotz der wiederholt nahende» Kriegsschrecken, in-dem Maria Theresia.ihm für alle Fälle Sicherheit in dieserStadt seiner Väter verheißen hatte. Aber der Tod befreite ihnbald von aller Schmach und Noth, welcke die glänzendste Kroneder Christenheit über sein Haupt gebracht (1745, 20. Januar).

Sein einziger Sohn, Maximilian Joseph, von demVater noch auf dem Todbett als großjährig erklärt, schloß jetztFrieden mit der Königin zu Fuessen (22. Apr.), entsagte allenAnsprüchen auf das östreichische Erbe, trat der von. Reiche längstübernommenen Garantie der pragmatischen Sanktion bei, undbesprach dein Großherzog von Toskana seine Knrstimme zur^iserwahl. Dagegen erhielt er seine Erblande sämmtlich zurück.

Notteck, <U. Wel'tg. M. 22