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Jetzt eilte K. Friedrich durch Böhmen und Schlesien* denRussen entgegen, welche Küstern durch harten Angriff ängstig-ten. Der König zwingt sie zur Vertilgungsschlacht (25. Aug.).Der Schreckensruf: „Die Preußen geben kein Quartier!" läuftdurch die russischen Reihen. — „Und wir auch nicht" tönt esgräßlich durch dieselben wieder. Aber so groß das zweitägigeMorden war, vernichtet war die Moskowitische Macht doch nicht,sie brach vielmehr, nach dem Abzüge Friedrichs gegen Sachsen,von neuem in die Marken, bis der Winter sie in die Quar-tiere nach Polen rief.
In Sachsen, wohin sich der König wandte, ward er beiHochkirchen (14. Okt.) von Daun überfallen und mit gro-ßem Verlust an Streitern, Feldherren und Heergeräthe geschlagen.Doch niemals war Friedrich größer als im Unglück. Er entrißdem siegenden Daun alle Früchte des Triumphs durch überlegeneTaktik, und behauptete Sachsen.
Der Feldzug wider die Franzosen in Westp haken undam Rbein, wiewohl gleichfalls blutig und wechselvoll, bietet ge-ringeres Interesse dar.
Diene Prüfungen harrten Friedrichs im folgenden Jahr. DieRussen unter Soltikow brachen aus Polen in die Mark, dieVereinigung mit London suchend. Sie schlagen den General We-del bei Palzig (23. Juli 1759), erobern Frankfurt an derDder, und bewirken die Vereinigung. Der König wagt den An-griff auf die stark verschanzte Stellung seiner Feinde bei Kun-Nersdorf ( 12 . Aug.), und erleidet nach anfänglich gutem Er-folg die schrecklichste Niederlage. Kaum fünftausend Streiter be-hielt er nach der Schlacht beisammen; Geschütz, Heergeräthe, Al-les war verloren. Nach Friedrichs eigenem Geständniß hing esvon den Feinden ab, durch nachdrückliche Verfolgung des Siegsden Krieg zu enden. Aber sie blieben jetzt unthätig; also zog dieGefahr vorüber.
In Sachsen hatten indessen die Reichstruppen, verbundenMit den Oestreich»,:, große Fortschritte gemacht; viele Städte undfesten, zumal auch Dresden, erobert (4. Sept.). Zahlreiche^effchte düngten jetzt fast alle Gegenden Sachsens mit Blut. Sie^aren im Einzelnen wechselvoll, im Ganzen unentscheidend. Die