drin Gouverneur zur Niedermachnng der Aufrührer sich verschwo-ren, erfuhr dieses LooS. Sonst wurde keine Gewaltthat geübt.Noch vor Verstuß des Tages begann die Niederreißnug der ver-haßten Feste. Freiheitsgesänge tönten laut durch die unermeßlicheStadt und weiter fort durch das ganze Reich.
In ganz Europa hallte der Beifallsruf der Wohldenkendenüber die Eroberung der Bastille wieder. -Der König indessenhatte die Bitte der Nationalversammlung erhört; die fremdenTruppen wurde» entfernt, die neuen Minister entlassen, Necker— zum Frohlocken der Nation—zurückgerufen. Der Monarch be-gab sich persönlich nach der Hauptstadt, und es ward ein Ver-söhnungsfest gefeiert zwischen König und Volk, welches nach denAusbrüchen des Jubels, der Rührung und der Liebe, womit eSbegleitet war, Frieden und Glück dem neu sich gestaltenden Staatzu verheißen schien.
Aber zwei entgegengesetzte Parteien empfanden Groll undUninuth über das alle Guten erquickende Schauspiel: einerseitsdie Privilegirten, andererseits die unlauteren und auchdie fanatischen Demokraten. Die ersten erkannten darinden entschiedenen Sturz der Aristokratie, die Verküudung einergemeinen Freiheit und eines gein einen Bürgerglücks. DieseVorstellung war ihnen unerträglich. Eher als ein solches zuge-ben, wollten sie das Vaterland meiden, oder auch mit im Aus-land bereiteten Waffen dahin zurückkehre», und die Gräuel deSBürgerkriegs über Frankreich häufen, um die verlorene Größewieder zu erobern. Also verließen sie gleich nach dem I4ten Ju-lius in großen Schaaren das Reich — der Graf von Artoismit seinen Söhnen und die Prinzen von Condö gaben das Bei-spiel. — Der König blieb dergestalt schuh - und rathlos in dembrausenden Sturme zurück. Aber die Auswanderung der Prinzenseines Hauses und der ihm ergebensten Herren vom Adel schiennicht ohne seinen Willen geschehen. Mochte er vielleicht selbst dieWünsche, die Hoffnungen der Auswanderer theilen! — Konnteman Zutrauen setzen in seine volksfreundlichen Verheißungen?Durfte man den Thron jetzt gewaltig lassen? — Also sprachendie Heftigern unter den Demokraten, viele aufrichtig, viele