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Vierter Band. Neueste Geschichte.
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Eroberung der Bastille. Die Nacht vom 4. August.

Die Nachgiebigkeit deS Hofes war mir das Werk der Furcbt,nicht der Versöhnung gewesen. Man bereitete den Gewaltstreied.Soldaten sollten die Wunsche, die rechtlichen Forderungen, dieDerminftgründe des Volkes und der Nationalversammlung nieder-schlagen. Dreißig Tausend Bewaffnete wurden versammelt in derNähe der Hauptstadt. So feindliche Rüstung des Königs widersein Volk brachte das letzte in Flammen, die Volksvertreter inden peinlichsten Kampf zwischen Pflicht und Pflicht, alle Freiheits-fceunde in Angst oder Entrüstung. Gegenmaßregeln wurden ge-troffen, vorbereitet, verabredet. Patriotische Gesellschaften bildetensich als Lenkerinnen der wildgahrenden Volksmassen, sie möglichsteinigend in Sinn, Rath und That.

Inmitten so großer Bewegungen erscholl die Nachricht, daßNeck er und Montmorin, die beiden volksfreundlichen Mini-ster, verabschiedet (11. Juli), und aus dem Reiche verbannt seyen.An ihre und ihrer Kollegen Stelle traten entschiedene Freunde derDespotie, unter ihnen der verhaßte Baron von Breteuil. DieAristokraten hatten also gesiegt; drohende Reden im Munde derUebermüthigen verkündeten schon den nahenden Schlag; die Pa-trioten sahen eine neue Bartho lomäus-Nacht heranziehen;Rettung deS eigenen Hauptes, Rettung der Nation schien nurmöglich durch Zuvorkommen.

Also begann der Aufruhr in der unermeßlichen Stadt. Am14te„ Julius brach er völlig aus, und stürzte schnell und entschei-dend das Reich der Volksfeinde um. Das Volk, nachdem esGewehre, Feuerschlünde und Pulver aus dem Jnvalidenhause ge-nommen , richtete plötzlich in einstimmiger Bewegung seinen Laufnach der Ba stille, dem Zwinger der Stadt, dem gefurchterenStaatsgefangniß, dessen Grabesuacht seit Jahrhunderten manchenSchuldlosen und Edlen umfing, und allen Freisinnigen drohte.

Bastille wurde erstürmt. Die meisten ihrer Vertheidiger fi -

unter den Streichen der Stürmenden. Der Gouverneur aber— ^rrätherssch hatte er eine Anzahl in die Feste gelockter Bür-ger getötet — wurde nach der Eroberung das Opfer des Volls-grimmeS. Auch Flesselles, der erste Bürgermeister, der mitRottcck, A. W«lrg. lV. 3