Band 
Vierter Band. Neueste Geschichte.
Seite
50
JPEG-Download
 

so

solch' einer Konstitution dem französischen Volke noch zu wünschenübrig?? —Fichwahr, wer diese Verfassung schmäht, schiuähtdie Menschheit, als könne sie nicht ertragen, was dem Rechtund der Vernunft gemäß ist!

Daß aber diese Verfassung, in Kurzem zusammenstürzte, undhierauf das Verderben hereinbrach, davon lag niebt die Schuldin ihr selbst, sondern allernächst in der Leidenschaftlichkeit der Op-position, woraus auch der äußere Krieg hervorging, unddann in dem unglücklichen, doch mit der Konstitution nicht zu-sammenhängenden Gesetze, wornach kein Mitglied der konstituiren-den Versammlung in die neue, gesetzgebende durfte gewählt wer-den. Edelmüthige Selbstverläugnung auf einer, und arglistigePolitik auf der andern Seite hatten diesen unseligen Beschluß be-wirkt, welcher die Nation der Thätigkeit ihrer edelsten und weise-sten Glieder gerade in dem Augenblicke beraubte, da sie derselben ^am meisten bedurfte.

Am 30. Sept. 1791 schloß die konstituirende Versammlungihre fast dritthalbjährige, für immer verhänguißreiche Sitzung.

Die Zeiten der gesetzgebenden Versammlung.

Lage der Ding«. Konferenzen zu Pillm'tz.

Die Verfassung trat iu's Leben. Aber es geschah unter un-glückweissagenden Umständen. Zweierlei entschiedene Feinde ierhoben wider sie den unseligen Krieg, einerseits die Prinzen desköniglichen Hauses mit den schwellenden Hansen der Auswande-rer, meist Herren von Adel, welche, mit den Waffen in der Hand,drohend an der Grenze standen, anderseits die durch den Heiligen-schein und durch Einfluß auf den dummen Pöbel furchtbare Schaarder Priester. Kaum konnte man dem König zutrauen, daß ergegen seine Brüder und seine geglaubten Freunde, daß er fernergegen die Beherrscher seines allzufrommen Gewissens mit Ent-schiedenheit auftreten werde? Mißtrauen, Argwohn, endlich Haßwaren unvermeidlich, und die enthusiastischen Freunde der Frei-