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Vierter Band. Neueste Geschichte.
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daS Königthum für immer abgeschafft und Frankreichzur Republik erklärt ward.

Aber, in dieser Hauptrichtung vereinigt, zerfiel gleichwohlder Konvent sofort in zwei, einander todtfeindlichc Parteien, einegemäßigte und eine heftige. Die.eine Partei, .von dem De-partement der Gironde, welches derselben die glänzendsten Häuv-ter gegeben, die Girondisten genannt, haßte zwar das König-thum, und war den republikanischen Ideen mit glühendem Eiferergeben. Doch war ihr Streben, nach seinen Motiven rein, undden Streit gegen das historische Recht nur im Interesse des na-türlichen und ewigen Rechts, nicht, in jenem der Selbstsucht oderder Leidenschaft führend. Die andere Partei, die im Konvent vonder Erhöhung ihrer Sitze, die Partei des „BergeS" hieß, drückteall' ihrem Streben, auch wo es gleichlaufend in der Richtung mitjenem der ächten Freiheitssreunde war, das Siegel der Verwerf-lichkeit auf durch Niedertretung aller derjenigen Rechte, um deret-willen allein die politische Freiheit ein Gut ist, dann durch selbst-eigene tyrannische Selbstsucht und durch fanatische Uebertreibung.

Der Pöbel besaß nun in der That die Gewalt. Er selbstaber war naturgemäß nur lenksam für diejenigen, die an Cha-rakter und Prinzipien ihm am meisten ähnlich waren oder erschie-nen. Daher auch im Nationalkonvent der kaum vermeidlicheTriumph des „Berges" über die „Gironde" (auch Ebeneoder Sumpf genannt).

Um die neugeborene Republik zu befestigen, schien die schnelleNiederreißung aller Einsetzungen und Gebräuche, die an das Kö-nigthum und an die alte Ordnung erinnerten, nothwendig. Mitgroßem, mitunter selbst lächerlichem oder fanatischem Eifer widmeteder Konvent sich dieser Arbeit. Aber die Partei der Wüthendenforderte zuerst des gefallenen Monarchen Blut.

Nach heftigen Kämpfen zwischen dem Berg und der Gironde,drang endlich der erste, welchen der Pariser-Pöbel durch lautesRufen nach des Tyrannen Blut unterstützte, mit den Beschlüssendurch, daß Ludwigs Unverletzlichkeit verwirkt, und daß der Kon-vent berechtigt sey, ihn zu richten (3. Dez.). Also ward eine An-klage-Akte entworfen, und Ludwig vor die Schranken deS Konventsgeführt (11. Dez.).