73
Vaubanslinien zwischen Weißenburg und Lauterbnrgmit Sturm. Bis gegen Straßburg drangen die Sieger.Fort-Louis ward eingenommen.
Neue Heere rückten nun auf den Kampfplatz. Die furcht-barste Koalition gegen Frankreich war gebildet. Die Re-publik selbst, da sie, schwindelnd über die ersten Siege Dumou-riez's, alle Regierungen frech zum Kampf auf Tod und Lebenherausgefordert, durch das Dekret (15. Dez. 1792), welches allenVölkern, die ihr Joch abschütteln wollten, Schutz und Drüber»schuft antrug, allen Tyrannen und allem Adel unversöhnlichenKrieg erklärte — die Republik selbst hatte die Koalition erzwun»gen. Auch kam sie den meisten Mächten durch eigene Kriegser-klärung zuvor. Also erklärte sie an England, welches nachLudwigs Hinrichtung den französischen Gesandten weggewiesenhatte, den Krieg, und unter ander» auch dem Statthalter vonHolland (l. Febr. 1795). Bald darauf geschah dasselbe gegenSpanien (7. März), weil es besser sey, einen offenbaren, alseinen geheimen Feind zu haben. Nur das teutsche Reich, gegenwelches Frankreich den Krieg zwar thätlich geführt, doch zu erklä-ren für überflüssig gefunden hatte, that solche Erklärung zuerst (22.März). Oestreich und Preuße» hatten solchen Beschluß diktirt,Hannover jedoch, vor den französischen Waffen bang, sich davonlosgesagt. Dagegen schloß England Bündniß und Subsidien-verträge mit den meisten Mächten Europa's, mit Rußland,Sardinien, Spanien, Neapel und Portugal, und be-sonders innig mit Oestreich und Preußen. Viele teutscheTruppen traten in englischen Sold; das belebende Prinzip derersten Koalition war vornehmlich das britische Geld.
Der Konvent, um gegen so viele Feinde zu streiten, verord-nete die Vermehrung der Kriegsmacht um 500,000 Mann. Aberindessen rückten die Sardinier in einen Theil der verlorenenStaaten wieder ein, und die Spanier, mit zwei Heeren, wor-unter auch eine portugiesische Hilfsschaar, über die Pyre-näen brechend, erfochten mehrere Siege, eroberten Vellegarde(25. Juni), Ville Frau ehe u. a., und trieben die Franzosenbis Perpignan und Bayonne.