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Vierter Band. Neueste Geschichte.
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Diese Verfassung bestimmte die katholische Religion zur herr-schenden des Reichs, den übrigen Konfessionen jedoch die billig«Freiheit gewährend. Der polnische Thron ward zum erblichenerklärt, zum Nachfolger des wirklichen Königs aber FriedrichAugust oon Sachsen, mit dem Erbrecht für seine Familie, er-nannt. Die vollziehende Gewalt sollte der König mit seinemStaatsrath üben; auch auf die gesetzgebende ward ihm einigerEinfluß gewährt. Sonst sollte diese letzte dem in zwei Kammern(eine der Landboten und eine der Senatoren) getheilten Reichs-tag zustehen, welcher alle zwei Jahre zu versammeln wäre. Auchdie Entscheidung über Krieg und Frieden ward dem Reichstagertheilt. Die Stimmenmehrheit sollte auf demselben entscheidendsepii. Die Justiz sollte in, Namen des KönigS durch unabhän-gige Richter verwaltet werden. Die Minister wurden für ver-antwortlich, die Person des Königs aber für unverletzlich erklärt.Die Vorrechte des Adels blieben unangetastet; doch wurden dieköniglichen Städte mit dem Recht der persönlichen Freiheitfür ihre Bürger, mit ausgedehnter Autonomie und mit dem freienWahlrecht ihrer Obrigkeiten begabt, auch ihren Bürgern das Er-wcrbungsrecht des' Adels und adeliger Güter verliehen. DieStädte, worinAppellationsgerichte sich befänden, erhielten zugleichdas Recht, einen Abgeordneten zum Reichstag zu senden, und aufjedem Reichstag sollte eine Zahl von Bürgern in den Adelstanderhoben werden. Die Bauern jedoch — die Grundmasse derNation — wurden — ohne Abänderung ihrer Hörigkeit — bloßunter den Schutz der Gesetze genommen, und der Regierung zurBeschützung gegen vertragswidrige Erschwerung ihres Looses em-pfohlen. Fremden Ansiedlern übrigens ward die persönlicheFreiheit verheißen.

Diese Verfassung ward von der großen Mehrzahl der Nationmit Dank und Freude angenommen. Eine kleine Schaar engher-ziger Aristokraten aber protestirte dagegen. Russisches Gold er-munterte das Widerstreben. Theils daheim geheime Ränke spin-nend, theils an fremden Höfen um Beistand werbend, fordertendie Protestirenden die Unternehmungen des ranblustigen Auslandes,allernächst Rußlands, auf, welches mit Scheelsucht und Zorn dieneue Ordnung der Dinge in Polen betrachtete. Diesen bösen