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Vierter Band. Neueste Geschichte.
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geführt, unter unwürdiger Behandlung. Mit Standhaftigkeittrug der 82jährige Greis seine Leiden, und starb alS Gefangenerin Valence (1799, 29. Aug.).

Die fortwährenden Erpressungen und die Irreligiosität derFranken veranlaßten endlich einen Volksaufstand. Doch siegte dieKriegskunst leicht über den ungeregelten Haufen, und Hinrich-tungen befestigten den Sieg.

In der Revolutionirung Roms mochten auch die übrigenFürsten Italiens das ihren Ländern zugedachte Loos erkennen.Der König von Sardinien sank sofort in Knechtschaft. Umsonsthatte er selbst zm» Schuh- und Trutzbündniß mit der Feindin sicherniedrigt; man wollte seine Vernichtung. Aus Anlaß verschiede-ner, von der cisalp inischeu und l igu rischeu Republik muth-willig wider ihn aufgeregten Händel, verlangte man von ihm,daß er die Citadelle von Turin und ein Thor der Stadt denFranzosen bis zum allgemeinen Frieden einräume ( 1798, 28.Juni). Er gewährte das Verlangte, und willigte sonach in seineSklaverei.

Selbst die cisalpinische Republik, wiewohl die Tochterder französischen, erfuhr der letzten Tyrannei. Ihre Abgesandtenzu Paris wurden zur Unterzeichnung, und der gesetzgebende Kör-per zur Genehmigung eines Bundes- und Handels-VertragesMit Frankreich genöthigt, der alle Merkmale eineS leoninischenKontraktes hatte.

Revolutionirung der Schweiz. Helvetische Republik.

Aber am meisten Entrüstung bewirkte die Eroberung derSchweiz.

Freilich war die Verfassung der Eidgenossenschaft ein üben»

H teuerliches Gemisch bunt verschiedener Formen, vielfach verletzend

für natürliches Recht und gesunde Politik, dazu veraltet, geistlosUich durch so unheilvolle Gebrechen zum Untergänge reif.

Freilich herrschte unter dem Name» der Freiheit in den mei-sten Kantonen die engherzigste Aristokratie, znm Theil eineheillose Oligarchie, und wurden Grundsätze alldort gepflegt,welche dem demokratische» Geist her Revolution entgegenstanden.

Rotteck, A. Weitn. IV. 9