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Vierter Band. Neueste Geschichte.
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zum König erhobenen Prinzen von Parma, dessen Wittwe, ein«spanische Prinzessin, als Vormnnderin ihres unmündigen Sohnes.Ohne weitere Förmlichkeiten ward ihr angezeigt, daß sie das Landzu verlassen habe, indem dessen Beherrschung an Napoleonübergegangen (10. Dez. 1807).

Inzwischen war in Madrid die Entzweiung zwischen Vaterund Sohn bereits auf's Ärgerlichste ausgebrochen, und die Ban-gigkeit vor den Gewaltschritten Napoleons täglich steigend. DerKronprinz Ferdinand ließ mit Napoleon in geheime Unterhand-lungen sich ein. Aber der Friedenssürst entdeckte dieselben, undbewirkte die plötzliche Verhaftung des Prinzen. Mit ErstaunenUnd Abscheu vernahm das Volk durch eine königliche Proklama-tion (30. Okt. 1807), da^ der Sohn dem Vater nach Thron undLeben gestrebt habe. Der Friedensfürst jedoch, vor dein Aeußer-sten erzitternd, leitete die Versöhnung ein. Der Prinz gestandin einem demüthigen Schreiben, doch mit unbestimmten Worten,,daß er an seinem Vater und König sich vergangen, und bat umVerzeihung (5. Nov.), und der König that seine Verzeihung kund.

Flucht des Portugiesischen HofeS nach Brasilien. Revolution vonAranjuez. Verhandlungen in Bayonne. König JosephNapoleon.

Indessen war über Portugal daS Loos geworfen worden.Den einbrechenden Heeren Frankreichs zu widerstehen, sah dieRegierung des schwachen Staates sich außer Stand. Jetzt faßteder Hof einen hochherzigen — schon länger vorbereiteten, dochklug verheimlichten — Entschluß. Er verließ das europäische Land(29. Nov.), und fuhr unter englischer Bedeckung nach Brasi-lien, daselbst, was den Verhältnissen beider Welten große Aen-derung weissagte, den der französischen Macht unzugänglichen Sitzder Reiches aufschlagend. Fast in demselben Augenblick, da dieFlotte den Tajo Hinabfuhr, zog General Junot in Lissabone>» (30. Nov.). Eine öffentliche Verkündung erklärte: ,,dasHaus Braganza habe durch seine Flucht dem Reiche entsagt,und zu regieren aufgehört." —

Also befand sich Portugal in Napoleons Gewalt. AberRvtteck, A. Weltg. IV. 14