doch das sonnenklarste Recht vorlag, der Legitimität sich nichtan. Karl XIII. ward allgemein als König erkannt. Um dieNachfolge zu sichern, ward von den Reichsständen der MarschallBernadotte, Prinz von Pontecvrvo, zum Reichsnachfolgererkoren (28. Aug. 1810). Derselbe, nachdem er die protestan-tische Lehre angenommen, ward adoptirt von Karl XIII., „udsein Sohn Oscar zum Herzog von Ssidermannland ernannt.Die Erhebung Bernadotte's überraschte alle Welt, selbst Na-poleon, der sie auch mit etwas zweideutigen Ausdrücken ge-nehm hielt.
Napoleon'- Vermählung mit Marie Louise von Oestreich. Geburt des„Königs von Rom." Neue Gewaltstreiche Frankreichs.
Nach dem Wiener Frieden befand Napoleon sich im Ze-nith seiner Herrschermacht.
Zur Befestigung derselben that er jetzt noch einen entscheiden-de» Schritt. Seine Ehe mit Joseph inen (Lascher de la Pagc-rie) war unfruchtbar. Ein Leibeserbe mangelte zu seinemGlück und zur Stärkung seines Thrones. Daher erklärte er sei-nen Willen, von Joseph inen sich zu scheiden (15. Dez. 1809);und auch sie willigte in die Trennung. Die Wahl der neuenGattin fiel, zu», Erstaunen der Welt, auf eine OestreichischePrinzessin, aus Marie Louise, die älteste Tochter desselben Kai-sers Franz, dessen grimmigster Gegner und Verfolger Napoleonbisher gewesen,-. Nach kurzer Verhandlung ward der Ehevertraggeschlossen (7. Febr. 1810), und es ging Bertbier als Groß-botschaster nach Wien zur feierlichen Werbung. Marie Louise,nach vollzogener Trauungsceremonie, reiste, von ihm geleitet,nach Paris, wo die Vermählungsfeier mit dem größtenPompe begangen ward (1. 2. April). Im folgenden Jahr gebarMarie Louise den ersehnten Prinzen, Napoleon Franz KarlJoseph (20, .März 1811), welchem in der Wiege, als könig-licher Majestät von Rom, mit orientalischem Gepränge voneinem sklavischen Hofe gehuldigt ward.
Durch solche Verbindung des Emporkömmlings mit dem er-lauchtesten Hause der Christenheit schien die Revolution auSge-