Ehrfurchtsvoll vernahm der gelehrige Senat diele Worte sei-nes Herrn, und erließ das Senatuskonsult, welches gleichzei-tig diesen neuen Länderraub wie jenen Hollands sanktionirte (13.Dez.). ES waren aber in der neuen Einverleibung begriffen: dieHansestädte, die ehrwürdigen Ueberreste der sonst so glorreichenteutschen Städte-Freiheit, sodann daS Lanenburgische, weiterein sehr beträchtlicher Theil des Großherzogthums Berg und desKönigreichs Westphalen und die Gebiete der Fürsten vonSalm-Salm und von Salm-Kyrburg, so wie der Herzogevon Oldenburg und von Ahrcmberg, die sich souveraineMitglieder des Rheinbundes nannten.
Aus dem geraubten Lande wurden vier neue Departementsgebildet, der Elbmündnngen, der Wesermündungen, derobern Eins und der Lippe; so daß jetzt das KaiserthumFrank-reich 130 Departements und eine Bevölkerung voll 42 MillionenMenschen zählte. Dieses ungeheure Reich beherrschte Napoleonjetzt völlig unumschränkt. Der gesetzgebende Körper, welchem mansogar schon die repräsentative Eigenschaft absprach, war einebloße Puppe; der Senat, der jetzt bis auf 140 Mitglieder ver-mehrt, und durch neue Dotationen bereichert wurde, das willfäh-rigste Werkzeug der Tyrannei. Doch ertrug man alles stumpfund schweigend. Das Wort der Klage war verboten. Auch Eu-ropa schwieg und duldete, niedergedrückt von Furcht und Ohn-macht, und allenthalben in unbedingtem Gehorsam erhalten vonfranzösischen Prokonsuln oder Gesandten. Nur England setzteden Kampf zur See, jetzt auch zu Land auf der pyrenäi scheuHalbinsel, fort, und Rußland begann endlich sich emporzurichtengegen das ihm täglich näher rückende Weltreich.
Krieg mit Rußland. Napoleon's Einzug in Moskau.
Rußland zwar hatte keinen besonderen Rechtsgrund zumKrieg wider Napoleon, und war auch wenig geeignet zur Ver-tretung der allgemeinen Sache. Ja, was den Hauptstreit-punkt, nämlich den Punkt des Handels oder des Konti nen-talsystems betrifft, welchem fortwährend zu dienen Rußlandsich weigerte, so war das äußere Recht hier auf Napoleon's