Band 
Vierter Band. Neueste Geschichte.
Seite
258
JPEG-Download
 

258

also für die große Sache der Weltbefteiung, und die aufgestelltenHeermassen erschienen auch stark genug, eine Welt zu befreienoder zu erdrücken. An,800,000 Bewaffnete wurden auf der un-geheuren Linie von der Ostsee bis nach Italien der französi-schen Macht gegenüber aufgestellt; diese aber zählte wohl 500,000Streiter.

Die Alliirten, unter Schwarzenberg's Führung mit großenMassen aus Böhmen hervorbrechend, drangen vor Dresden,und erlitten dort durch die schnell vereinte Kriegsmacht desKaisers eine empfindliche Niederlage (26. und 27. Aug.). Zwölf-tausend Oestreichs geriethen in Gefangenschaft. In dieser Schlachtempfing auch Moreau die Tvdeswunde. Auf Einladung Kaise»Alexander's hatte dieser große, von Napoleon schwer belei-digte, Feldherr seinen Zufluchtsort in Nordamerika verlassen,um als General-Lieutenant des russischen.Kaisers dem Kriegszugwider den Weitgefürchtete'n beizuwohnen. Ein schmerzhafter Todmachte seiner, jedenfalls peinlichen, Stellung ein Ende.

Nach diesem letzten Lächeln des Glückes erfuhr Napoleondessen nunmehr entschiedene und beharrliche Ungunst. Schon gleich-zeitig mit der Dresdener-Schlacht hatte Blücher an der Katz-bach in Schlesien (26. Aug.) einen großen Sieg gegen Mac-donald errungen. Bald darauf traf den in Böhmen eingedrun-genen Heerhaufen Vandamme's bei Culm und Nollendorfdas Verderben (30. Aug.). Ein dritter Schlag fiel bei Denne-witz auf das, anfangs von Oudinot, sodann von Ney geführtefränkische Heer, welches gegen Berlin vorzudringen gehofft hatte.Der Kronprinz von Schweden und Bülow schlugen dasselbeauf's Haupt. Das Frankenheer wich in Verwirrung nach Tor-gau und Mittend erg.

In Folge solcher Unfälle seiner Feldherren sah Napoleon,der persönlich Unbesiegte, die drei großen feindlichen Heere — dasnördliche unter dem Kronprinzen von Schwede», das schlesischeunter Blücher, und das Hauptheer, welchem auch die Monar-chen folgten, unter Sch warze nberg, endlich noch die russischeReserve unter Bennigsen -- sich in seiner Nähe die Hände rei-chen. Von allen Seiten stieg die Gefahr; die Hoffnung, dieFeindesheere vereinzelt zu schlagen, verschwand; immer näher zo-