Band 
Vierter Band. Neueste Geschichte.
Seite
326
JPEG-Download
 

326

Die Schlußakte veranlaßte, Behufs der Ausführung mehrerervon ihr bloß angedeuteten Punkte, verschiedene weitere Beschlüssedes Bundestags, deren Inhalt jedoch die Nation nicht mit demInteresse aufnahm, welches sie ihrem Gegenstand nach wirklichansprachen. Aber Kälte und Düsterkeit waren die vorherrschendenErscheinungen der Volksstimmung in Teutschland.

Die schon früher vielfal' laut gewordene, oder, wo die Ge-walt das Ausfprechen verhinderte, wenigstens in tiefer Brust le-bende öffentliche Meinung des Inlandes und Auslandes überden teutschen Bundestag — nicht eben auf den persönlichen Cha-rakter seiner Mitglieder oder der einzelnen VundeSfnrsteii, sondernauf die Natur seiner Zusammensetzung und die Grundfehler seinerganzen Verfassung sich beziehend — ward bekräftiget und befesti-get durch solche Vorgänge und durch« Alles was noch weiterfolgte.

Im Jahre 1824 beschloß die Bundesversammlung, von ihrenVerhandlungen nur solche der Publizität zu übergeben, welche da-zu ausdrücklich von den hohen Bundestagsgesandten bezeichnetwurden. Ferner wurde beschlossen, daß in allen Staaten, worinlaudständischeVerfassungen bestehen, das monarchische Prinzip un-verletzt erhalten, auch daß die alten Beschlüsse (vom 20. Sept.1819) über die Universitäten und über die Beschränkung der Preß-freiheit auf unbestimmte Zeit (letzterer bis zur Vereinigung überein definitives Preßgefetz!) in Kraft bleiben sollten.

Unter den land ständischen Versammlungen der einzelnenkonstitutionellen Staaten in Teutschlaud hatten indessen noch 1820die badisehe und die großherz oglich hessische einiges Tröst-liche bewirkt. Dort wurde der Preßzwaug nzenigstens in etwasgemildert, hier eine wesentliche Verbesserung des von der Regie-rung vorgelegten Verfassungsgesetzes errungen. Auch in Wür-temberg trat die neu auf dem Weg des Vertrages zu Staudegebrachte Verfassung hoffnungsreich in's Leben. Die übrigen Ver-sammlungen sprachen, hauptsächlich wegen Mangel an Oeffent-lichkeit der Verhandlungen, weit geringeres Interesse an. IhreSchwäche veranlaßte die Regierungen zu noch weiterer Steigerungder absoluten Gewalt, und i» noch höherem Grade fand letzteres