347
wiewohl die Deputirtenkammer ihn angenommen, in jener derPairs durch. Villele erkannte hierin die Grenzen seiner Macht.
Sonst ging alles in Frankreich den schon seit Jahren durchdie adeligen und geistlichen Ultra's bereiteten Gang. Die Detailssind traurig und großentheils selbst ekelhaft.
Am 29. Mai 1825 empfing Karl X. zu Nbeims die feier-liche Krönung, und bald darauf (3. Juni) wurden die Kammern,welche bereits das Budget bewilligt hatten, geschlossen.
Einen schmerzlichen Verlust erlitt die Partei der Liberalendurch den Tod des edlen Generals Fo» (28. Nov.), einen derausgezeichnetsten Redner für die Sache der Freiheit. Die allge-meine Trauer um ihn verkündete jedoch den noch immer in derRation lebendigen Geist. Neue Kämpfe bereiteten sich vor.
Von den absoluten Mächten.
Die Einwirkung der absoluten Mächte, Oestreich, Ruß-land, Preußen, auf die allgemeinen Verhältnisse ist in denbisher skizzirten Geschichten enthalten. Was dieselben, jede imeigenen Lande, thaten, ist mehr für Spezialhistorien als für einenlleberblick der allgemeinen von Bedeutung. Beharren am Beste-henden in Bezug auf Rechts- und politische Grundsätze, sorgfäl-tigstes Darniederhalten der neuen Doktrinen, scharfe Verfolgungder noch immer schreckenden „demagogischen Umtriebe" und täg-lich strengere Censur und Verbote von einheimischen und auswär-tigen Schriften, daneben sorgfältige Entwicklung der inner» Staats-kräfte — wenigstens der materiellen — Behufs der Behaup-tung oder Geltendmachung jenes obersten Prinzips, macht den all-gemeinen Charakter ihrer Verwaltung aus. Von merkwürdigenEinzelheiten kann dieser summarische lleberblick nur wenige —insbesondere die den Zeitgeist und das konstitutionelle Leben näherberührenden — anführen.
Hierunter gehören die Spuren des Mißvergnügens in Un-garn, theils in mehreren Bauernausstäuden, zumal aber amReichstag von 1825 unter den Großen deS Reichs sich hervor-thuend, und nicht ohne Mühe, dort durch Strenge, hier durchkluge Nachgiebigkeit beschwichtigt; weiter die Einführung der