Provinzialstände in Preußen ( 1823 , 5 . Juni), wie behaup-tet ward, eine nöthige Vorbereitung für die künftige Einführungvon Reichs ständen, doch nach dem Urtheil der öffentliche»Meinung eine bei weitem ungenügende Erfüllung des Art. 13 derBuudesakte; in Rußland die — wenigstens dem Namen nach— verordnete Aufhebung der Leibeigenschaft in den Ostseeprovin-zen, bei fortdauernd gleicher Bedrückung der Hörigen im Innerndes Reiches, nicht minder die Reichstage in Polen, der Verfas-sung gemäß von Kaüer Alexander (1820 und 1823 ) gehalten, dochohne bedeutendes Ergebniß, da der Herrscherton des Kaisers mitden freimüthigen Vorstellungen der Volksvertreter sich nicht zubefreunden vermochte, und die auS höchster Machtvollkommenheitverordnete Unterdrückung der früheren Oeffentlichkeit der Verhand-lungen den Reichstag seines edleren Lebens beraubte. Im klebri-gen eine fortschreitende Entwicklung der furchtbaren staatswirth-schäftlichen, politischen und militärischen Kräfte des gesammtenrussischen Reichs, und endlich die, für ganz Europa hochwichtigenVerhältnisse zur Otto manischen Pforte und zu dem wieder-erwachenden Griechenvo-lk. Inmitten der Sorgen um dieseDinge, und beängstigt durch die Spuren einer weit im Heer undim Reiche verbreiteten, dumpfen Gähruilg, starb der Kaiser, nachkurzer Krankheit, zu Taganrog am assvv'schen Meere (!. Dez.1825 ). Die Folge» seines Todes gehören der nächsten Periodean; die Erhebung Griechenlands ist noch eine Hauptpartie dervorliegenden.
Griechenland und die Pforte.
Gegen die, feit Langem durch vielfachen Aufruhr der Statt-halter und den Zorn der jeder Reform widerstrebenden Janitscha-ren bewegte Pforte erhob sich 1821 der noch weit drohendere Auf-stand der Griechen. Zuerst in der Moldau und Wallach ei,wo Alexander Apsilanti das Panier der Freiheit erhob,aber nach kurzem Glück, trotz alles Heldenmuths der Seinen,durch die Uebermacht der Türken erdrückt ward, alsdann in Mo-rea und in mehreren Theilen vom festen Griechenland undin vielen Inseln entbrannte derselbe mit überraschender Schnel-