37V
nach den Grenze» dieses UeberblickS, nicht mehr zu reden; auchverlangen unsere Leser nicht, daß wir es thun, da ihre eigene An-sicht darüber gewiß nicht schwankend, und ohnehin eine freieAnsicht darüber aufzusprechen, beut zu Tage nicht möglich ist.
Die Schweiz, bei allen partikulären Interessen ihrer Ver-handlungen, bietet für das Allgemeine nur Weniges dar. Stei-gende Gefälligkeit gegen die Mächte, zumal durch strengere Be-schränkung der Presse und durch verminderte Hospjtalität sichäußernd, ist bis gegen das Ende des Zeitraums der Charakter ih-rer äußern Politik. Im Innern viel Streit über Sonder-Jnter-essen, viel engherziger Widerspruch gegen die Forderungen öerwahren Patrioten, aber allmählige Stärkung der letzten durchAusbreitung vernünftiger Ansichten und durch lebendigeren Gei»siesverkehr mittelst Schrift und Wort. Im I. 1829 endlich wardfür die Preßfreihcit, und damit für alles Gute, ein fruchtverhei-ßender Sieg errungen; und im I. 1850 reiften bereits, befördertdurch die Begeisterung, welche die JulinStage weckten, die Erst-linge jener Früchte, für die bisher durch aristokratisches Regimentunterdrückten Kantone, in zeitgemäßer Verfassungsänderung. Dochwar die Verbesserung weder allgemein noch vollständig.
Die von Anbeginn widerstreitenden Elemente in Nieder-land blieben unversöhnt. Die National-Antipathien zwischenHolländer» und Belgiern verschärften sich durch den Gegensatz vonProtestantismus und Katholizismus, Absolutismus und Liberalis-mus; aber es bildeten sich zugleich, durch die vielfache Mischungder Interessen, die unnatürlichsten Allianzen und Feindschaften indem verworrenen Streit. Die Freiheitsliebe verband sich mitdem Pfaffenthum gegen das Machtgebot einer dem Licht wohl be,freundeten, doch zur Durchführung ihrer Absichten auch böse Ge-walt anwendenden, namentlich die persönliche Freiheit und dieFreiheit der Presse kränkenden, Regierung. Persönliche Aufreizn»,ge», gegenseitige Verletzungen des Rechts, unlautere Triebfedernmancherlei Art, auch Einwirkungen von außen vermehrten dasUebel. Endlich, nach den Juliustagen in Frankreich, kam es zumentschiedenen Ausbruch, und der blutige für die Belgier sieg-reiche — Kampf zwischen den Soldaten der holländischen Regie»rung und den Bürgern Brüssels machte die Spaltung Unheil'