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Der nützlichen Hauss- und Veld-Schule erster Theil, in welchem ausführlich enthalten, wie man ein Land-Feld-Guth und Meyerey mit aller Zugehöre ... mit Nutzen anordnen solle : worbey dann auch zugleich eine zur Hausshaltung auf dem Lande nützliche Hauss-Artzney für Menschen und Viehe, samt allerhand raren und vorträglichen Hauss-Künsten, mit sonderbarem Fleiss colligirt ... / und nunmehr mit dem lang-verlangten zweyten Theil, samt darzu gehörigen Figuren und einem vollständigen Register an den Tag gegeben durch Georg Andream Böckler
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1286 Von nuͤtzlichen Kuͤnſten.

,22. Einen Ochſen invier Wochen feiſt zu machen.Man nimmt Wicken/ gelbe Ruͤbenklein geſchnitten/ und Heckelſtrohwol unter einander gemiſcht/ darvon des Tags offt zu freſſen geben/ und jedes-mal zu trincken. So nimmt er zu/ ingleichen die Kaͤlber und Haͤmmel.

6z. Eine ſchoͤne Hutfarb.

Man nimmt braune Priſilgenſpaͤhn/ 12. Loth.Leinſgamen/ 4. Loth.Gallaͤpffel/ zz. Loth.Ochſen⸗Gall/ 1. Glaßvoll.Lorbeeren/ 2. Loth.Gummi⸗Dragant/ z. Loth-Regen⸗ Waſſer/ 18¼. Maaß.Thut alles zuſammen in einen groſſen Hafen/ ſo faſt 2. Maaß halten ſolle/ſaͤſſets zween Tag weichen/ ſtellt es hernach zum euer/ laͤſſets ſieden/ biß daßein viertel Maaß eingeſotten/ laͤſſets wider 2. oder 4. Taglang alſo ſtehen/nimmt hernach eine ſtumpffe Buͤrſte/ tunckt ſelbige darein/ und uͤberbuͤrſtetden Hut damit/ laͤſſet ihn im Schattentrocknen.

66. Tauben zuvermehren.

Man nimmt Aniß/ ſiedet ſolchen in Waſſer/ biß daß er auffpringt/ legthernach Waitzen in daſſelbige Waſſer/ laͤſſets 3. Tag lang darinn liegen/wirfft den Aniß und Waitzen den Tauben 11 857. Fur den Froſt/ wer viel in der Kaͤlte arbeiten muß.

Man ſchneidet Brenn⸗Neſſeln ab/ vor der Sonnen Aufgang/ ſiedetdieſelbige in Oel/ beſtreicht mit ſolchem Haͤnd und Fuͤß/ ſo wird man keineKaͤlt daran fuͤhlen.

68. Eingutes Dinten Pulver ·Mannimmt Gallaͤpffel/ 1. Pfund.Vitriol/ 8. Pfund.Alaun/ Loth.Gummi Arab. 2. Loth.Stoͤſſet alles groͤblich/ und mengts unter einander.

Hernach thut mans in einen verglaͤſten Hafen/ gieſſet zu z. LoͤffelvollBier/ 4. Loffelvoll Eſſig/ ſo nicht gar zu ſtarck ſeyn ſolle/ undthut ein wenigSaltz darzu/ ſteuts an einenwarmen Ort uͤber Nacht/ und ruͤhrt esofft um.

Nota. Daß die Dinte nicht gefriert/ ſ gieſſet man nur Brandenwein 8Man