Vorwort zur Nationalökonomik technischer Anlagen und Einrichtungen.
V
der Gewerbe behandelten Themen in unserem Sammelwerke zur Verarbeitunggelangen.
Eine strenge Abgrenzung in der Auswahl der Themen hat nichtstattgefunden und vielleicht wird uns mancher Leser dies verübeln.Wir halten uns da an W. Roscher, welcher sagt: „Es scheint übrigens,wie wenn die Nationalökonomen, besonders die deutschen, aufdie formale Abgrenzung ihres Faches, allzu viel Werth gelegthätten. Da sollten wir uns lieber die Naturforscher zum Vor-bilde nehmen, die sich wenig darum kümmern, ob eine Ent-deckung der Physik oder Chemie, der Mathematik oder Astronomiegehört, wenn nur recht viele und wichtige Entdeckungengemacht werden.
Was den Umfang der einzelnen Bände anbelangt, musste dem jeweiligenAutor umsomehr freie Hand gelassen werden, als es sich um Detailstudienhandelt, vielfach um eine Sammlung von Material aus dem eine geeigneteund zweckdienliche Auswahl zu treffen oft allzuschwer fiel. Andererseitsdarf auch nicht vergessen werden, dass ganz besonders bei Neuerscheinungen,und dazu gehören wohl die meisten Abhandlungen des Sammelwerkes, eineengherzige Halbheit in Darstellung und Durchbildung entschieden zu ver-werfen ist.
Die Gefahr lag nun nahe, dass in die Abhandlungen des vorliegendenSammelwerkes auch solche Ausführungen Aufnahme finden würden, welcheörtlich als eine „Bauökonomik“ genannte Disciplin gelehrt und behandeltwerden, ja es mag vielleicht sogar die Ansicht geltend gemacht werden,man hätte besser gethan, den Titel Nationalökonomik zu vermeiden undlieber die Bezeichnung Bauökonomik gewählt. Darüber liesse sich nurstreiten. Die Bauökonomik handelt von vielen Dingen, die sicher nichtvon nationalökonomischer Bedeutung sind; andererseits wieder sind vieleFragen zu erörtern, die bisher ausserhalb des Umfanges der Bauökonomiklagen. Schliesslich wird ein Titel gewählt, ähnlich wie ein Name und damuss man dem Autor schön einige Freiheit lassen, da er ja doch am Bestenwissen muss, was er in seiner Schrift bieten will.
Einem weiteren möglicher Weise erhobenen Vorwurfe will ich auchhier noch begegnen. Wir haben in viele unserer Abhandlungen Beispieleaufgenommen, welche theils das Gelehrte zu erläutern haben, theils zeigensollen, wie man die gebotenen Erkenntnisse praktisch zur Anwendungbringt. Die Beispiele sind meiner Meinung nach ein integrierender Bestand-teil jedes Lehrgebäudes und Niemand sollte sie gering achten; ich möchtesogar behaupten, dass sie das Verständnis der Theorie erleichtern, ja ofterst erschliessen und dass sie das Bindeglied zwischen Theorie und Praxisdarstellen.