VI Vorwort zur Nationalökonomik technischer Anlagen und Einrichtungen.
Dass durch solche Darstellung und Ausgestaltung unsere Abhandlungeneinen stark pTaktischen Anstrich erhalten, will ich nicht leugnen; es mussaber auch zugestanden werden, dass eine Wissenschaft, der jede Berührungs-puncte mit der Praxis fehlen, nicht existiert. Wir Techniker wissen davonzu erzählen. Wie viele Lehren der Mathematik, Physik, Mechanik, Chemie,Geologie etc. etc., die vor Decennien nur rein wissenschaftliches Interessebesassen, sind heute geistiges Handwerkzeug unserer Constructionsbureauxund Laboratorien.
Endlich muss ich noch auf den Umstand der Arbeitstheilung in diesemSammelwerke zu sprechen kommen. Die Fragen, welche in dem vorliegendenWerke zur Erledigung kommen, sind so mannigfaltiger Art und erfordernbesonders mit Rücksicht auf ihre detaillierte Bearbeitung oft so weit-gehehendes Detailwissen, dass eine einzige Kraft nicht im Stande ist, auchnur in absehbarer Zeit die Arbeit zu Ende zu führen. Ausserdem er-fordert die Organisation und einheitliche Ausgestaltung eines Sammel-werkes wie das vorliegende eine solche Menge an Arbeitskraft, dass ichmit Rücksicht auf meine berufliche und sonstige praktische Thätigkeit michdarauf beschränken muss, einzelne Abhandlungen auszuarbeiten und an demZustandekommen anderer mitzuwirken. Es ist mir gelungen, mehrereFachgenossen als Mitarbeiter zu gewinnen und hoffe ich, dass wir dasWerk gedeihlich zu Ende zu führen werden.
Wien, November 1897.
Ing. Josef Köttinger.