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Band II.
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I. Abschnitt. Begriff und. Arten der Güter.

wurde. Nachdem der Verfasser den Steinbruchbesitzer gelegentlich einesBesuches des Bruches darauf aufmerksam machte, dass dieses MineralMarkasit sei und bei genügendem Schwefelgehalt eine industrielle Ver-werthung zulasse, stieg dieses Mineral dadurch zum Gute, dass es nunmehrin seiner Beziehung zur Persönlichkeit des Besitzers eine indirecte Be-friedigung der Bedürfnisse desselben ermöglicht.

Andererseits verlieren viele Dinge ihre Güterqualität ganz oder theilweise,wenn ihre Verwendung menschliche Bedürfnisse nicht mehr befriedigen kann.So z. B. sind Zaubermittel, Liebestranke, selbst Reliquien mit dem Glaubenan ihre Wirksamkeit, von Gütern zu Dingen gesunken. Hadern, vorZeiten ein Gut von bedeutendem Werth, haben durch Erfindung des Holz-stoffes (mechanisch verkleinertes, in Form von Pappdeckeln in den Handelkommendes Holz) und der Cellulose (Pflanzenfaser, durch Kochen mit Laugeaus Holz und anderen Pflanzenstoffen gewonnen) wesentlich von ihrer Güter-qualität verloren. Die vor Jahren in den Haushaltungen als Heizrückstandgewonnene Holzasche wurde gesammelt und zur Pottaschenerzeugung ver-wendet. Sie war damals ein Gut. Heute ist sie es nicht mehr, mag esaber wieder werden, wenn ihre Eigenschaften unmittelbar oder mittelbar derBefriedigung menschlicher Bedürfnisse dienen können. Die vorstehenden Bei-spiele zeigen, dass mit fortschreitender Kultur viele Dinge zu Gütern werden,andere aber wieder ihre Güterqualität verlieren. Im Allgemeinen nimmt dieZahl der Güter beziehentlich die Zahl jener Dinge, welche Güterqualität er-langen, auf höheren Kulturstufen zu.

Über den Wandel der Güterqualität sagt Roscher: „Es ist ein Spiegel-bild der Weltgeschichte im Kleinen, wie das römische Colosseum erst einSchauspielhaus war, im Mittelalter eine Festung, dann ein Stein brach, weiter-hin ein kirchlicher Platz, neuerdings eine Antike wurde/'

„Ähnlich sind die Amulete des Alterthums, nachdem sie längst ihreGüterqualität für den Aberglauben verloren, jetzt für das archäologische. Be-diirfniss Güter geworden.“ (Roscher.)

2. Wirthschaft.

„Unter Wirthschaft verstehen wir die planmässige Thätigkeit des Menschen,um seinen Bedarf an äusseren., Gütern zu befriedigen.“ (Roscher.)

„Jede einzelne, hierzu gehörige Thätigkeit ist eine wirtschaftliche, öko-nomische Handlung, jede einzelne bezügliche Erscheinung ist eine wirt-schaftliche Erscheinung.“ (Wagner.)

Der Begriff „Wirthschaft“ umfasst sonach alle Thätigkeit und Arbeit,welche die Erwerbung, Verwaltung, Aufspeicherung und den Verbrauch vonGütern zum Zwecke hat, insofern es sich hierbei um Befriedigung mensch-licher Bedürfnisse handelt.