I. Abschnitt. Begriff und Arten der Güter.
Die Befriedigung seiner Bedürfnisse wird ihm nur dann möglich, wenn erdurch Austausch solcher Güter, deren er im Ueberfluss besitzt, gegen solcheGüter, welcher er bedarf, diese letzteren erlangt.
Mit Rücksicht darauf, dass er diese Güter in Verkehr bringt, heissendieselben Verkehrsgüter.
Je entwickelter die Wirthschaft ist, desto zahlreicher sind die Arten derVerkehrsgüter.
„Als wahrer Fortschritt ist dies aber nur in dem Falle zu betrachten,wenn auf dem Wege specielleren Berufes und grösserer Arbeitstheilung etwasBesseres geleistet wird, als zuvor.“ (Roscher.)
6. Unterscheidung der Güter in innere und äussere Güter.
Innere Güter sind solche Eigenschaften und Zustände, welche an diebestimmte Person als Individuum geknüpft sind.
F. B. W. Hermann nennt inneres Gut, was Jeder als Gabe in sichfindet oder was er freithätig in seinem Inneren erzeugt.
So sind innere Güter Gesundheit, Jugend, Wissen, Geist, Talent, Sittlich-keit, Ruhe des Gemüthes, Gefühl der Sicherheit, Müsse etc. Aeussere Gütersind nach Hermann alle jene Güter, welche der Mensch durch den Beistandder Aussenwelt zur Befriedigung eines Bedürfnisses herstellt oder erhält.
Innere Güter sind wirthschaftliche Güter, wenn sie als Mittel der Wirth-schaft aufgefasst werden. Die Zurechnung der inneren Güter zu den wirt-schaftlichen Gütern wird von vielen Autoren bekämpft. Im Allgemeinenwerden nur die äusseren Güter zu den wirthschaftlichen Gütern gezählt.
7. Scheidung der Güter nach Ordnungen.
„Aus einem anderen, auch gewiss bedeutsamen Gesichtspunkte, lassensich die Güter in solche erster Ordnung eintheilen, die unmittelbar zur Be-dürfnissbefriedigung dienen, also Genussgüter; sodann solche zweiter Ordnung,mit deren Hülfe die Güter erster Ordnung hervorgebracht werden; fernersolche, die zur Hervorbringung der Güter zweiter Ordnung dienen und soweiter. In die erste Ordnung gehört z. B. das Brot; in die zweite das Mehl,der Backofen, die Bäckerarbeit; in die dritte das Korn, die Mühle; in dievierte der Acker, der Pflug, die Arbeit des Landmannes etc.“' (Roscher.)
Philippovich scheidet in seinem Grundriss der politischen Oekonomie dieGüter in Genussgüter (Gebrauchs- und Verbrauchsgüter) und inProductionsmittel oder Productionsgüter.
Hierdurch ist ebenfalls eine Eintheilung der Güter nach Ordnungengetroffen. Die erste Ordnung der Güter umfasst alle jene Güter, welcheunmittelbar gebraucht oder verbraucht werden können, also z. B. Brot zumGenuss, Papier zum Schreiben, Bier und Wein zum Trinken, ein Wagenzum Fahren etc.