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Band II.
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30 HI- Abschnitt. Begriff und Arten der Preise. I. Preis.

Dass die ausserordentlichen Concurrenzpreise viel Gemeinsamesmit den Monopolpreisen haben, und eine scharfe Grenze zwischen beidenkaum zu ziehen sein dürfte, ist klar.

D. Rentenpreise.

Wenn die Production irgend einer Sache nicht beliebig ausgedehnt werdenkann, wie dies beispielsweise bei der Landwirthschaft der Pall ist, wo auchdie intensivste Bewirthschaftung über ein bestimmtes Maass an Productennicht hinausführt, so wird, wie schon früher gezeigt, zur Befriedigung derBedürfnisse irgend eines Marktes eine grosse Zahl von Producten aus mehroder minder grosser Entfernung herangezogen werden müssen. Nun werdenaber diese herangezogenen Producte unter anderen Verhältnissen producirtals die in unmittelbarster Nähe des Marktes erzeugten. Die Preise müssensieh so gestalten, dass derjenige Producent, welcher am theuersten producirt,den Markt noch beschicken kann, wenn seine Erzeugnisse zur vollen Be-friedigung des Bedarfes noch gebraucht werden. Die Preise gravitiren hieralso nach den theuersten Productionskosten, und diejenigen, welche untergünstigeren Bedingungen produciren, gemessen, Dank ihrer günstigeren Lagezum Markte, besseren Transporteinrichtungen oder sonstiger auf die Pro-ductionskosten Einfluss nehmender Umstände Preise, welche ihre Productions-kosten oft beträchtlich übersteigen. Sie geniessen den höheren Betrag ihrerArbeit ohne vermehrte Mühewaltung gleichsam wie eine Rente. Neumannnennt demnach solche Concurrenzpreise, welche nach den Kosten gewissertheurer Productionsarten im obigen Sinne gravitiren, Rentenpreise.

E. Concurrenzpreise im eigentlichen Sinne.

Ist der Vermehrung der Producte gar keine Schranke gesetzt, wie diesbei Artikeln der technischen Industrie zumeist der Fall ist, dann gravitirendie Preise nach den billigsten Productionskosten. Allein dieser Tendenzstehen eine ganz bedeutende Zahl von Hemmnissen im Wege, so dass diePreise doch niemals oder doch wenigstens dem letzten Käufer gegenüberniemals die Grenze der billigsten Productionskosten erreichen. Ein solchesHemmniss ist der Detailhandel, dessen Preise in der Regel ganz willkürlichbestimmt sind, und dies um so. mehr, je kleiner die Quantitäten sind und jekleiner die absolute Preisziffer ist, welche in Betracht kommen. Auf keinemanderen Gebiete der Preisgestaltung kommen Eigennutz, Ausnutzung dergünstigen Stellung des Verkäufers, der Unkenntniss des Käufers etc. so sehrzur Geltung, wie hier. Es wird aber auch kaum ein Gebiet des grossenGüteraustausches geben, wo die Preisbestimmung auch für den geschultestenund gewissenhaftesten Kaufmann so schwierig ist als speciell im Detailhandel.

Wesentlich alterirt werden die Concurrenzpreise ferner durch Cartelle,Syndikate und ähnliche Vereinigungen, welche durch die verschiedenstenMaassnahmen eine Preissteigerung meist mit Erfolg anstreben.