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Band II.
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III, Abschnitt. Begriff und Arten der Preise. II. Begriff und Wesen. 39

unificirte ist. Wir können uns nun leicht vorstellen, dass an Stelle unseres isolirten eng-begrenzten Gebietes ein grösseres Ländergebiet mit vielen Märkten tritt, einerlei ob essich um permanente oder temporäre Märkte handelt. Immer wird Anfangs die Preis-bildung eine mehr oder minder willkürliche sein. Der faetisohe Gütertransport zumMarkt erfolgt auf gut Glück, ohne dass der Kaufmann oft auch nur im Stande ist, sichein Bild des Bedarfes zu machen, schon deshalb, weil er kaum im Stande ist, das Maassder Beschickung des Marktes mit Gütern vorauszuahnen. Erst mehrjähriger Besuch desMarktes wird ihm Einsicht in die Bedürfnisse bringen. Je entwickelter nun der Verkehr,je intensiver der Nachrichtendienst ist, desto sicherer lassen sieh die za erwartende Be-schickung des Marktes und die vorhandenen Geldmittel im Voraus beurtheilen. DieseMärkte, wie sie bislang in Rede standen, sind aber nur Kleinmärkte, nur Atome desgrossen Weltmarktes, der die ganze civilisirte Erde mit allen ihren Gütereinheiten undGeldeinheiten umfasst. Auch hier findet eine Preisbildung nach den nämlichen Principienstatt; und während der Kleinmarkt mit seinen geringen Hülfsmitteln die Preisbestimmungals ein Tasten erscheinen lässt, aus dem sich erat laugsam, nachdem das Verhältniss derGütereinheiten zu den Geldeinheiten besser in die Erscheinung tritt, der wirklichePreis entwickelt, hat der Weltmarkt in seinen Einrichtungen des Handels und Verkehrsdie Mittel, dem wahren Preis in seinen Preisbestimmungen weit näher zu kommen unddem Handel mit grossen Quantitäten, um die es sich hier, im Gegensätze zu denatomistischen Märkten, handelt, zu Grunde zu legen.

Stein sagt hierüber:

„Werfen wir nun einen Blick auf die Bewegung der Preise, soweit sie, an dasnatürliche Moment der Stadt anschliessend, aus persönlicher, berechnender Thätigkeitim Handel und Verkehr entspringen. Zuerst kommt es darauf an, nunmehr die fürjeden Theil und Act des Verkehrs vorhandene Masse des Gutes und des Bedarfes zukennen. Das ist nicht einfach. Anfangs sucht das Streben nach dem Gewinn sie anOrt und Stelle auf; der Handelsmann zieht selbst auf den Markt, holt selbst die Kund-schaft ein. Dann muss er den zweiten und dritten Markt hinzuziehen; dann lernt er,dass er nicht zu spät kommen darf; dann berechnet er das Geld, das er zum Kauf ver-wenden kann; dann breitet er den Blick über das Land, über die Länder aus; sie tretenselbstständig auf in seinen Berechnungen; immer dringender wird die Nothwendigkeit,die Marktverhältnisse aller dieser Gebiete zu fassen, um den Werth und Preis dereinzelnen Gütereinheit zu bestimmen; immer genauer wird die Reducirung dieser Güter-einheiten auf die G eldeinheiten; immer rascher die Mittheilung von einem Ort zumanderen; von einem Staat und bald von einem Welttheil zum anderen läuft der Brief mitder Verzeichnung der Marktpreise, der Vorräthe, des Bedarfes; der Telegraph überholtihn; das Bild der Preise entrollt sich in täglicher, ja in stündlicher Gestalt auf demTische des Kaufmannes; aber auch das genügt ihm nicht, denn die Summen der Vorräthewie die des Bedarfes wechseln, und die Erzeugung der Güter bedingt ihren Werth;jetzt tritt zu dem Marktberichte und dem Ours der Erntebericht, der Productionsbericht;jener ist abhängig vom Wetter, dieser von der Constellation öffentlicher Fragen; es genügtnicht mehr die einfache Oonstatirung der Marktpreise und nicht mehr die Berechnungvon Vorrath und Bedarf, sondern die Kräfte, welche die Güter erzeugen und verzehrenoder Erzeugung und Verzehrung bedrohen, werden Factoren des Urtheils, das nach demwahren Preise sucht; der Blick erweitert sich, und die Erkenntniss beginnt, dass er dieWelt umfassen muss, um Production und Oonsumtion nach Oentner und Meter, Eimerund Liter richtig zu beurtheilen. Aber auch das genügt nicht. Denn damit kann ichzwar den Werth, nicht aber den Preis der Gütereinheit finden. Dazu bedarf ich deszweiten Elementes, des vorhandenen Geldes. Damit tritt die Berechnung der Geld-verhältnisse neben die der WaarenVerhältnisse. Sie muss die Güter auf gleiche Einheit

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