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Band II.
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38 III. Abschnitt. Begriff und Arten der Preise. II. Begriff und Wesen.

finden; auf der Börse suchen die Formen des selbstständig gewordenen Werthes undGeldes ihren Preis; wir sagen daher mit Hecht, die Börse ist der Markt der Werthe.Der Name des Gütermarktes bestimmt sich nach der Art der Güter; wir sprechen voneinem Korn-, Vieh-, Kaffeemarkt und so fort; da aber, wo nicht mehr das Productselbst, sondern nur sein Preis auf dem Markte erscheint, nimmt der Markt auch denNamen und die preisbildende Function der Börse an und wird zur Korn-, Vieh-, Kaffee-börse etc. Markt und Börse empfangen dann die Zeitbestimmung; in dem Sinne sprechenwir von Jahr- und Wochenmarkt, von Messen- und Börsestunden. In jeder dieser ört-lichen und zeitlichen Gestaltung der Preisbildung erscheint eine bestimmte Vertheilungvon Gut und Geld, und der Preis, der dadurch entsteht, ist der örtliche und zeitlichbestimmte Preis der gegebenen Gütereinheit, der Marktpreis. Aller wirkliche Preis strebtdaher zuerst, aus dem zufälligen und willkürlichen Einzelpreise zum Marktpreise zuwerden. Die Gesammtheit der Marktpreise bildet daher, für jeden Augenblick fixirtgedacht, die grosse, seiner Idee nach die ganze Welt umfassende Gestalt oder Thatsacheder natürlichen Preisordnung.

Diese Kategorien sind es nun, welche die Städtebildung in der ganzen Geschichtemit der Preisbildung auf das Engste verbinden. So lange in Beiden noch das natürlicheElement die factischen Bedingungen der Transportarten zu Land und Wasser verwalten,stehen nicht bloss die Städte, sondern auch die Preise auf ihrer untersten Stufe; das heisstwissenschaftlich gesprochen, der wirkliche Preis bleibt noch ganz gleichgültig gegen denwahren Preis und beruht daher auf rein natürlichen Factoren, Wind und Wetter,äusseren Gefahren, örtlichen Productionsverhältnissen, Vorhandensein von baarem Geldeund anderen Dingen. Erst wenn das persönliche Element, die Berechnung, sich ent-wickelt, knüpft sich an jene örtliche Organisation, welche, wie wir sagen würden, denwirklichen oder örtlichen Preis scheiden lernt, durch die individuelle Berechnung desVerhältnisses Beider zu einander der Handel, dessen einzelne Arten wir den Verkehrnennen. Mit Handel und Verkehr wird dann diejenige Arbeit, welche die Differenz derPreise berechnet, das preisbildende Element für den wirklichen Preis; und jetzt scheidensich in Beiden auch äusserlich sichtbar die beiden Factoren, welche das preisbildendeElement der Berechnung bilden, die Kenntniss der vorhandenen Güter und Bedarfs-summen, welche den Werth, und die Kenntniss der Geldmaasse, welche den Preis desEinzelgutes bildet.“

Gehen wir nun zu unserem früheren Beispiele zurück, nehmen aber an, es handlesich nicht mehr um einen einzigen Markttag, sondern um einen permanenten Markt imSinne der obigen Ausführungen, so wird nunmehr der wahre Preis nach wie vor dasErgebniss der Division der Geldeinheiten durch die Gütereinheiten darstellen. Nachdemaber sowohl die Zahl der Ersteren, sowie die Zahl der Letzteren beständig veränderlichist, die Preisbestimmung täglich, ja stündlich eine andere sein muss, wird nicht mehrder wahre Werth, sondern der wirkliche Werth in die Erscheinung treten und schliesslichzum Marktpreise werden. Nähern wir uns nun dadurch weiter der Wirklichkeit, dasswir einen hochentwickelten Verkehr zwischen den beiden Märkten desselben isolirtenGebietes annehmen, so ist klar, dass diese beiden allerdings örtlich getrennten Märktewie ein Markt functioniren werden. Der wirkliche Preis wird nunmehr das Ergebnissder Einschätzung aller Güter- und Geldeinheiten auf beiden Märkten sein. Preis-differenzen werden fortbestehen, aber nur mehr in Folge der grösseren oder geringerenTransportkosten. Der Handel von Markt zu Markt ist das ausgleichende Element.Güter, die hier wenig begehrt, daher im Ueberfluss vorhanden, werden nach dem anderenMarkte abströmen, andere Güter dafür Zuströmen. Noch schöner und reiner vollziehtsich die Preisbildung, wenn bei Vorhandensein mehrerer Märkte die Art der Güter,welche auf den einzelnen Märkten zum Verkaufe kommen soll, eine beschränkte oder gar