Einleitendes
Um die fossilen Thiere aus den Ueberresten zu erkennen, ist, wiebereits oben erwähnt, die genaue Ivenntniss der lebenden Thiere undderen einzelner Organe erforderlich, und um eine Einsicht in diegeologische Entwicklung des thierischen Organismus zu erlangen, mussman die Einsicht in die gegenwärtige Entwicklung desselben sich er-worben haben. Die Bestimmung der Gattungen und Arten enthält inden angedeuteten Gränzen die specielle Darstellung, zur Begründungder Entwicklungsstufen mag eine kurze Uebersicht des gegenwärtigenEntwicklungsganges des thierischen Organismus hier Platz finden.
Die gesummte Mannichfaltigkeit der thierischen Gestalten ord-net sich, blos äusserlich nach der Form betrachtet, unter drei Haupt-typen, nämlich unter den irregulären (Infusorien), den regulären(Polypen und Strahlthiere) und den symmetrischen (alle (ihrigenThierclassen) Typus. Der Dignität nach folgen diese Typen inder angegebenen Ordnung auf einander, denn im irregulären herrschtvöllige Unbestimmtheit in dem Verhältniss der einzelnen Organezum Ganzen, in dem regulären, als dem näher bestimmten, tretendie Organe unter einander im Gegensatz zum Centrum und sindunter einander in keiner Beziehung, in dem vollendetsten Typus,dem symmetrischen, treten die Organe unter einander in den Ge-gensatz von Hechts und Links und insgesammt beziehen sie sichnicht mehr auf das Centrum, sondern auf eine Achse. Diese Be-trachtung der Thiere nach ihrer Form ist nothwendig, weil dieThiere Naturkörper '"sind und deshalb ihre Form von wesentlicherBedeutung ist, aber sie ist nicht die einzige und höchste, denn dieThiere sind belebte Naturkörper. Das Leben bestimmen die Or-gane, deren das Thier vier nothwendig hat, nämlich die Organeder Ernährung, Fortpflanzung, Bewegung und Empfindung. In derverschiedenen Entwickelung, dem gegenseitigen Verhältniss dieservier Bedingungen des thierischen Lebens ist die Mannichfaltigkeitdes thierischen Organismus überhaupt begründet und die Gesetz-mässigkeit dieser ergibt sich aus der näheren Betrachtung jener.Ernährung und Fortpflanzung sind Bedingungen des Organismusüberhaupt und den Thieren mit den Pflanzen gemein, sie dürfendaher nicht von einander geschieden werden und erniedrigen alle