Band 
Erster Band.
Seite
131
JPEG-Download
 

sechs Monaten zu Bombyces werden, indem sie wie dieSpinnen eine Gewebe spinnen und weben, woraus sich üp-pige Weiber Kleider, Bombycine genannt, verfertigen. Erfugt endlich hinzu, die erste Person, welche dieses Gewebeabzuspinnen, und wieder zu weben erfunden habe, sei eineFrau aus Koa, Namens Pamphila, Latous Tochter, gewe-sen, welche man nicht um die Ehre bringen dürfe, einKleid erfunden zn haben, durch welches die Weiber ihreNeige eben so zur Schau stellen könnten, als wenn sienackend waren *) -Obgleich diese Beschreibung unrich-tig und unvollständig ist, so laßt sich doch nicht zweifeln,daß Plinius die Seidenraupe und ihre Verwandlung inLarve und Schmetterling beschreiben wollte; allein ich glau-be nicht, daß die Römer damals die Seide von der Baum-wolle immer unterschieden haben, indem die Ausdrückebombyx, bombycine und sericum vormals auch auf Mous-

*) ,, Et alia horum origo e grandiore vermiculo, gemina proten-dens sui generis cornua; hi erucae sunt; fit deinde quodvocatur Bombylius : ex eo Necydalus, ex hoe in sex mensi-bus Eombyx. TeUs araneorum modo texunt ad vestem ln-xumque foeminarum, quae bombycina appellatur Primaeas redordiri rui susque texere invenit in Ceo mulier Pam-phila, Latoi filia, non fraudanda gloria excogitatae rationis,ut denudet foeminas vestis,”

39) Plinius und nach ihm andere Schriftsteller schreiben die Ehr«der Erfindung, die Seioe abzuhaspeln, zu spinnen und zuweben, der Dame Pamphilia zu, welche auf der Insel Eos,dem Vaterlande des Hippocrates , gelebt hat. Aber einstim-migcrn und glaubwürdigen Nachrichten zu Folge, welche unsGoquet in seinem Werke über den Ursprung der Gesetze giebt,ist der Seidenbau wirklich eine Erfindung der Chineser, inderen Lande die Seidenwürincr einheimisch sind, und nochgegenwärtig in ihrem Naturstande ohne Pflege von Mensche».'Handen angetroffen werden,

I 2