Band 
Erster Band.
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werde, welche der Schwefel gewöhnlich auf Wolle und Sei.de ausübt. Das Lüster, welches man an den Farben aufSeide so sehr liebt, scheint großentheils von der glatten undglänzenden Oberflache der Seide abzuhängen; diese wirdaber durch Sauren, Kalten, und andern chemischen Agen-tien (besonders durch Zinnoxyde und Zinnauflösungen) sehrgeschwächt; sie dürfen daher nur sparsam angewendetwerden J4 ).

In Hinsicht der Disposition, Farben anzunehmen undzu behalten, scheint die Seide eine Mittelbeschaffenheit zwi-schen animalischen und vegetabilischen Substanzen zu besi-tzen; vermöge ihres überwiegenden Gehaltes an Stickstoffund Wasserstoff befizt sie, gleich der Wolle, eine starke An-ziehungskraft zu den Pigmenten; aber ihre Fasern habenweder eine ähnliche Organisation, noch einen solchen Gradvon Elasticität; sie ist fähig, Farben cinzusaugen, wie Lei-nen und Baumwolle, ohne daß ihre Poren durch vorher-gehende Behandlung in heisem Wasser erweitert zu werdennöthig haben; allein sie trennt sich von den Farben, welchesie wegen der Offenheit ihrer Poren und wegen Mangel anKontraktion leichter in sich nimmt, wieder eben so, wie Lei.ncn und Baumwolle, obschon im Ganzen genommen dieFarben auf Seide dauerhafter sind, als auf Leinen undBaumwolle, wegen der größer» Verwandtschaft der ersten

34) Ganz neuerlich hat auch Herr Regnaud in den Anales desArts et Manufactures etc. Tom, XLV. über die eingeführ-ten Verbesserungen bei der Fabrikation der Seide seine viel-jährigen Beobachtungen und Erfahrungen niedergelegt, wo-von in Dingler's neuem Journal für die Jndiennen oderBaumwoliendruckerci im gten Bande des 4ten Hefts einevollständige Uebersetzung erschienen ist, worauf wir unsere Le-ser ihres besondern Interesse wegen verweisen.