Die Baumwolle bietet der Industrie und den mensch-lichen Bedürfnißen eine fadige Substanz dar, welche ohnedie langwierigen künstlichen Zubereitungen, die bei Hanfund Flachs nöthig sind, mehrere Jahrhunderte hindurch,vorzüglich in warmen Himmelsstrichen, stets die nüzlich-sten, zierlichsten und reizendsten Stücke der menscblrchenKleidung ausmachte. Obgleich in einigen Theilen von Pli-nius Geschichte manche Dunkelheit und Ungewißheit in Be-ziehung auf Seide und Baumwolle herrscht, so ist dochdas, wcks er von der Baumwolle aus Oberegypten sagt,ziemlich klar * *); sie wachst, sagt er, an einer Staude,welche einige Gossipion, andere aber Xylon, und das ausihr verfertigte Zeug Xylina nennen. Dieser Strauch istklein, und tragt eine der Barmuß ähnliche Frucht, ausderen innerer Kapsel eine Wolle gesponnen wird, die anWeichheit und Weiße vom Lein nicht übertreffen werdenkann. Es werden, fügt er hinzu, daraus Priesterkleidergemacht, worin sich die egyptischen Priester vorzüglich ge.fallen.
Vossius meint, Gossipion oder Gossipium sei einegyptisches Wort. Der griechische Name „Xylon " war eineAbkürzunng des Wortes Lryxylon, welches Baumwollebedeutet; die deutsche, holländische, schwedische und dänischeBenennung bezeichnet dasselbe. Der arabische Name istcotum. Die Engländer und Franzosen wurden wahrschein-lich durch die sogenannten heiligen Kriege (Holy wars). da-mit bekannt, und verwandelten das arabische Wort in cot-
„Superior pars Aegypti in Arabiam vergens, gignit fruticem,quem aliqui Gossipion rocant, plures Xylon et ideo linaiude facta Xylina. Parvus est, similemque barbatae nucisdefert fructum, cujus «x interiori bombyce lanugo netu- :nec lina sunt candore mollitieve praeferentia, Vestus inde
• aeexdotibus Aegypti gratissimae.” Lib, XIX. Cap, r.