353
such der gefährlichste für sie, denn sie ist jezt mehr als in einem an-dern Zustande der Verderblich unterworfen.
Der erste Zufall, welcher eine Küpe treffen kann, bestehet imScharf- oder Schwarzwerden derselben. Man erkennt diesesdaran, wenn die vorher im guten Stande befindliche Küpe nun eineschwarze Farbe annimmt; wenn die blauen Adern und Blu-me» verschwunden sind; wenn ihr flüchtiger, stechender, ammo-nialischer Geruch verschwindet, ein süßlicher Geruch seineStelle einnimmt, und ein bincingesetztcr Stahl nun hellaschgrauherauskommt. Das Scharf- oder Schwarr wer den der Küpeist, wie wir weiterhin sehen werden, gemeiniglich aus ein Ucbcrmaasdes Kalks gegründet.
Der zweite Zufall, welchem die Küpe unterworfen seyn kaun,bestehet mt Durchgehen derselben. Man erkennet solches daran,daß die Flüssigkeit eine rörhliche oder fahlgelbe Farbe annimmt; daßder am Boden liegende Brei sich emporhebt; daß die Blumen derKüpe sich verlieren, beim Aufrühren derselben ein weißer Schaumgebildet wird, der sogleich unter einem schwachen Geräusch verschwin-det: und daß an der Stelle des flüchtigen ammonialisehen einunleidlicher stinkender Geruch zum Vorschein kommt. Lin hinein-gescktcr Stahl kommt nach einer Stunde rothlieh-wech, beinaheNanking farbig heraus, und ein hineingehängtes Stükchen blauesTuch (der Wachter) verliert seine blaue Farbe, und die Küpe be-findet sich nun im Staude der Faulniß. Dieses Durchgehen der Kü-pe scheint auf einen Mangel derselben au Kalk gegründet zu seyn.
Die Herren d'Iöjviival und Hegmann haben viele undinteressante Versuche über den kranken Zustand der Waidküpeu augc-stellec, und solche unter den verschiedenen Perioden ihrer Verbesse-rung beobachtet. Die Resultate ihrer Beobachtungen, und die desLeztern insbesondere, bestehen in Folgendem: Wenn man in einedem Schwarzwerden sich nähernde Küpe den Stahl seht, so kommtselbiger blau grau heraus. Stehet solche völlig schwarz, so zeigtder Stahl eine helle grünlich-graue Farbe. Wird die schwarz-stehende Küpe erhizt, und derselben ein Zusatz von Krapp undKleie gegeben, so kommt der Stahl dunkclgraugrün heraus.Wird jenes zum zweiten Male wiederholt, so zeichnet sich der Stahldurch eine helle blaulich-graue Farbe aus. Wird die Küpenach diesem zweiten Zusatz 8 Stunden lang in Ruhe gelassen, uns
3