Band 
Erster Band.
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derKüpe, ine mit der Entwiklung von etwas KohlenstoffsaürenGas begleitet ist. Dieses giebt sich durch die wenigen auffahrendenLuftblasen zu erkennen, die, wenn sie unter Wasser aufgefangen wer-den, das Kalkwasser trüben, noch mehr aber durch eine gleicheTrübung des Kalkwassers, wenn etwas von den gährenden Flüs-sigkeiten in dasselbe gegossen wird. Die Küpe befindet sich also indiesem Zustande in einer wahren obgleich schwachen Weingahrung.

Wird nun der Jndig hinzugebracht, und die Masse fort-während in der erforderlichen Wärme erhalten, so tritt ein zweiterGrad der Gahrung, nemlich die saure Nahrung ein: die wein-gahre Masse entziehet dem Indiz seinen Sauerstoff; es wirdessigartige Saure gebildet, die zu schwach ist, als daß das Lack-muspapier davon geröthet würde, die sich aber dadurch erkennenläßt, daß, wenn ein mit ätzendem Ammonium bestrichencs Glas-stäbchen über einen herausgenominenen Theil der Flüssigkeit gehal-ten wird, merkliche weiße Dampfe zm» Vorschein kommen. Sowie nun der Jndig seines Sauerstoffes beraubt wird, ändertderselbe seine blaue Farbe in eine gelbgrüne um, und in diesemZustande kann solcher nun aus den hineingefezten Stahl eine schwa-che Wirkung veranlassen.

Jezt ist daher auch der Ieitpunkt vorhanden, wo die Küpezum erstenmal mit Kalk gcspeiset werden muß. Der zugesezteKalk wirkt hier auf eine zweifache Art. Ein Theil desselben wirdverwendet, um die Essigsaure der Küpe zu neutraiisiren und ab-zustumpfen, der andere aber, um mit dem seines Sauerstoffes be-raubten Jndig in Mischung zu treten, und ihn in d'er Flüssigkeitlösbar zu machen, die daher nun grünlich-gelb erscheint, an derLust aber Sauerstoff einsangt, und dann erst dunkelgrün, hier-auf aber wieder blau wird.

In dieiem Zustande ist nun der Zeitpunkt vorhanden, wo derKüpe in verschiedenen Zeiträumen mehr Kalk zugesetzt werden muß,um allen vorhandenen, nach und nach entvxydirten Jndig voll-kommen in der Flüssigkeit lösbar zu machen. Ist dieses geschehen,so dauert die Gahrung der übrigen Masse zwar fort, aber sie istnicht mehr eine saure, sondern eine faulende Gahrung. Indieser Periode wird nun auch derjenige Theil des Jndig, der einennatürlichen Bestandtheil im Ward ausmachte, entwickelt und mitdem Kalk in Auflösung gesetzt.