Band 
Erster Band.
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Färberei der neuen Scharlachfarbe bald darauf zu Bowbei London angelegt wurde, so wurde die Farbe mehrereJahre hindurch Bow färbe genannt.

Mau hat allgemein geglaubt, daß, nachdem einmaldie Wirkungen des Zinns auf die Cochenillefarbe auf er»wähnte Art entdeckt worden waren, zur Hervorbringungdes Scharlaches weiter nichts nöthig Ware, als die so er-zeugte Farbe auf die Schaafwolle aufzutragen; oder mitandern Worten, daß eine salpetersaiire oder salperersalzsaureZinnauflösung hinreichend wäre/ den Natürlichen Carmesinder Cochenille in ein Scharlach zu verwandeln. Dieß warwenigstens die Meynung eines jeden Schriftstellers, derbis zur Stunde von diesem Gegenstand gehandelt hat; „eswird aber hernach dargcthan werden, daß diese Meynungirrig war, und daß die Salpetersäure Zinnauflösung mit Co»chenille unveränderlich eine Carmesin oder Rosafarbe, nichtaber Scharlach hervorbringe, bis nicht andere Mittel ange-wendet werden, um die Cochenillefarbe, so weit als nöthigist, in das Gelbe fallen zu Machen. Die Mittel, welchehiezu dienen, scheinen nur blinderweise aufgefunden undbeständig ohne Kenntniß ihrer wahren Wirkung angewendetworden zu seyn. Ich habe bereits erwähnt, daß Weinsteingegenwärtig (und wie es scheint schon seit mehreren Mcn«schenaltern) mit Alaun allgemein angewendet wird, um diegewöhnliche Siedbrühe oder die Beitze für schaafwolleneTücher zu verfertigen, und es ist wahrscheinlich, daß zurZeit, als man zuerst die Zinnauflösung statt Alaun anwen-dete , man von selbst auf den Gedanken kam, daß derWeinstein, der mit lczterem so vortheilhaft wirkte, auch mitersterer gute Wirkungen hervorbringen müße, und daß, alsdie Erfahrung diese Voraussetzung besianigte, und die glan.zendsie aller Farben das Ergebniß dieser Verbindung desWeinsteins mit der-Zinnauflösung war, man fortgefahren

habe.