Es ist merkwürdig, daß seit einem Jahrhundert keinebeträchtliche Verbesserung weder im Prozesse, noch in denMitteln der Scharlachfärberei gemacht worden, was um soaußerordentlicher ist, als diese Farbe wegen ihres ausge-zeichneten Glanzes und ihrer Kostbarkeit ein Gegenstand be-sonderer Aufmerksamkeit, nicht allein für Färber, sondernauch für ausgezeichnete Chemiker geworden, von deren For.schungen man allerdings wenigstens einige merkbare Der.besserungen erwarten konnte ***). Warum dieß indessennicht geschehen, ergiebt sich, wie ich glaube, offenbar ausfolgender Darlegung meiner eigenen Beobachtungen undVersuche über diesen Gegenstand, welche mit dem Jahre1786 ihren Anfang nahmen.
Ich war damals auf den Gedanken gekommen, sieden-des Wasser zu wiederholten Malen auf gepulverte Coche-nille in ein Becken von Chinesischem Porzelain zu schütten,und dasselbe von den niedergesunkenen unauflöslichen Lhei,len so oft abzugießen, bis sie keine Farbe mehr gaben.Als ich aber etwas Potasche oder Soda zu diesem dem An-scheine nach ganz ausgesogenen Satze hinzugab, und neuer-dings siedendes Wasser darauf goß, fand ich, daß eine
auch ist es durch die sorgfältigsten Prüfungen dargethan, daßeine Iinnanstösung, die mit reiner Salpetersäure dargestelltwurde, denjenigen Zinnauflosungen bei weitem vorzuziehenist, zu welchen Salpetersäure und Salmiak oder Salpeter-säure und Kochsalz als Lösungsmittel in Anwendung kam.
rag) Daß die Scharlachfärberei in diesem Zeitraume gar keine Ver-besserungen erhalten habe, ist irrig. Herr Pvrner hat in sei-nen Versuchen zum Nutzen der Farbekunst (Leipzig 1774) vie-les zu deren Verbesserung beigetragen, welches Herr Bancroft,der doch mir den in der .... Anmerkung angezogenen Arbei-ten des Herr» Pörners bekannt ist, übersehen haben muß,
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