weitere reichliche Ausziehung der Farbe sich alsogleich zeigte,welche, so viel ich beurtheilen konnte, beiläufig einem Ach-tel des ganzen Farbebetrages gleich kam der anfänglich inden gepulverten Insekten enthalten war. Da ich nun beiwiederholten Versuchen immer dieselbe Wirkung fand/ soschloß ich zu hastig, daß die auf diese Art durch Hülfe derPotasche erhaltene Farbe in fosente von einer harzigen Na.tur oder mit einem harzigen Stoffe vermischt gewesen sei.Laß es nicht möglich seyn konnte, sie durch die gewöhnlichenzum Cochenillefarben angewendeten Mittel auszuziehen, undLaß, wenn diese Substanz im Stande wäre, eben so schöneund beständige Farben zu geben, als die auflöslicheren Far.Letheile jener Insekten liefern, man gerade eben so vielneuen Farbestoff gewinnen würde, als man bisher aüent.halben weggeworfen hatte. Ich überzeugte mich bald, daßjene Substanz wirklich im Stande sei, solche Farben zuliefern, indem ich ihren besondern Farbestoff mit Hülfe derPotasche zu wiederholten Malen auszog, nachmals kleineStückchen Tuch auf die gewöhnliche Art damit Scharlachfärbte, und sie mit andern Stückchen verglich, welche mitdem auflöslicheren Färbestoffe der Cochenille gefärbt, undzu gleicher Zeit mit jenen dem Wetter ausgesetzt wordenwaren.
Als ich meine Untersuchungen über diesen Gegenstandfortsetzte, überzeugte ich mich bald, daß die Scharlachfarbe(wie Grün, Purpur und Orange) eine zusammengesetzteFarbe sei, die wahrscheinlich beiläufig aus drei Vienheilsehr lebhaften reinem Carmesin oder Rosa und einem Vier.tel reinem glänzenden Gelb bestehe, und daß daher bei demVerfahren, wodurch der natürliche Carmesin der Cochenille,durch die bisher gewöhnlichen Mittel diese Farbe zu far-den, Scharlach gemacht wird eine Veränderung bewirktwerden müße, welche der Umwandlung eines Vierthciles