Band 
Erster Band.
Seite
667
JPEG-Download
 

66y

Es muß jedoch bemerkt werden, daß, obgleich daSebenerwähnte Zinnoxyd, nachdem es durch und durch ge.waschen und getrocknet worden, fähig war, auf Schaaf,wollenrücher ein Carmesm mit Cochenille und ein Schar-lach entweder mit Weinstein, Zilronsaft oder Ouerzitronrindezu färben, es dennoch auf Baumwolle sich mit diesenFarben nicht beständig verbinden, oder eine Basis für die,selben abgebe» wollte. Selbst bei Schaafwolle waren esnur die feineren Theilchen des Zinnoxydes, welche sich mitdem Färbestoffe und der Wolle wirklich verbanden; die grö-ber» hingegen blieben sichtbar immer auf dem Boden desFärbekessels liegen, und wenn ich versuchte, die Schaaf-wollentücher mit diesem Zinnoxyde blos durch gewöhnlichesSieden zu tranken, so fand ich immer, wen» ich das Tuchauswusch und es mit Cochenille in einem besondern Badefärben wollte, daß das Oxyd die Wolle nicht so durchdrun-gen, und sich mit ihr nicht so vereinigt hatte, daß es eineBasis zur Erhöhung und Fixirung der Farbe abgeben konnte.Um diese Zwecke zu erreichen, ist es nothwendig, daß dasOxyd und der Färbestoff im Färbckessel mit einander ver-mischt werden, und ihre gegenseitige Anziehungskraft aufeinander ausüben, bevor sie hinlänglich vom Tuche aufge-nommen werden können, und dieß geschah um so besser,wenn man sie vorläufig gemischt und mehrere Stunden langzusammen stehen gelassen hakte.

Wurde eine Unze von dem erwähnten Zinnoxyd unge-waschen in drei Unzen Salzsäure aufgelöst, und Schaaf-

ihres alkalischen Gehaltes, keine ganz außerordentlich schöneund lüsterne Farbe hervorbringt; man solle sich dieser Salzenur dann bedienen, wenn man die mit Schwefelsäure verun-reinigten Sauren von derselben befreien will, wobei dieSwefelsaure sich mit dem alkalischen Antheil dieser Salzeverbindet.