Band 
Zweiter Band.
Seite
294
JPEG-Download
 

Aber diese Methode, deU Krapp durch Ausziehen desbräunlich, gelben Theils zu rein igen, kann nicht aufSchaafwolle angewendet werden, welche bei einem soerhöhten Hktzgrade leiden würde.

Wasser von gewöhnlicher Warme der Atmosphäre?kann dienen, beinahe allen rothen Färbestvss in demKrapp aufzulösen und herauszuziehen; aber um dieszu bewirken, muß es im reichlichen Maaße angewen«bet werden; die Farbe wird schöner werden, wenn dasAuszicbcn durch kaltes Wasser als durch heißes ge<schieht. Alkalien vermehren die auflösende Kraft desWassers, besonders in Beziehung auf den bräunlich»gelben (oder falben) Theil des Färbestoffes; die Säu,reu hingegen schwächen oder vermindern den rothenTheil, wenn man 6e darauf wirken läßt, ohne dasNoth durch eine Alaun > oder andere Basis unterstütztzu haben. Wasser ist im Stande, eine größere Mengedes bräunlichen, als des rothen Stoffes aufzulösen,aber hiezu ist ein größerer Hitzgrad nöthig.

Bartholdi versichert, daß die Krappwurzeln ei»nen guten Theil schwefelsaure Magnesia enthalten, 73 )

— . i ■ '■■■'. -—

giebt, warum in vielen Kattunmanufakturen beim Färbendem Krappbade eine angemessene Portion kohlensaurerKalkerde (gepulverte Kreide) zugesetzt wird. Dieser Zu-satz ist, zur Darstellung schöner rother Farben von einemeigenthümlichen Ton und Lüster, wohl zu empfehlen. DieGründe, welche die Anwendung der Kreide beim Farbenmit Krapp cmpfthiungswürdig machen, finden sich in der88ten Anmerkung naher auseinander gesetzt.

73) Die Gegenwart der schwefelsauren Talkerde, welche Ber-tholdi aus Kolmar in dem Krapp angenommen, verlei-